Atopisches Ekzem

Neurodermitis

ICD-Code: L20.-

Neurodermitis (Atopisches Ekzem)

Neurodermitis (auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis) beruht auf einer erblichen Veranlagung, der sog. Atopie. Diese kann sich entweder als Ekzem, Heuschnupfen oder als Asthma äußern. Nicht jeder mit dieser Veranlagung zeigt die typischen Hautveränderungen. Meist liegt bei Atopikern aber eine empfindliche, zu Trockenheit und Ekzemen neigende Haut vor, die zudem über weniger Schutz- und Abwehrstoffe verfügt. Ca. 15 – 20 % aller Kinder sind betroffen, jedoch nur noch 1,5 – 3 % der Erwachsenen, was bedeutet, dass es bei Kindern häufig innerhalb der ersten Lebensjahre zu einer dauerhaften Rückbildung der Beschwerden kommt.

 

Diagnose: Wie erkenne ich Neurodermitis?

Ekzeme sind gerötete, meist juckende und schuppende, manchmal auch nässende Hautveränderungen. Bei Erwachsenen tritt das atopische Ekzem häufig an den Ellenbeugen, Kniekehlen, am Hals, am Nacken und im Gesicht auf. Manchmal sind nur ganz bestimmte Stellen z.B. Augenlider, Achseln oder Hände betroffen.

Sie leiden vermutlich an Neurodermitis? Unsere Fachärzte sind darauf spezialisiert, Neurodermitis und andere Hauterkrankungen anhand von wenigen Bildern und Informationen zu diagnostizieren und erfolgreich zu behandeln. Erhalten Sie mit unserem Hautarzt online per App innerhalb von max. 48 Stunden eine kompetente Diagnose, Therapie und Privatzrezept. 

Neurodermitis behandeln lassen

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Ursachen:
Was sind die Auslöser für Neurodermitis?

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Klima

Starke Temperaturschwankungen, Winter, Schwitzen, trockene Heizungsluft

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Ernährung

z.B. Saures Obst und Gemüse, Süßigkeiten, Nüsse, scharfe Gewürze und Alkohol

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Kleidung

Synthetik, Wolle, Waschmittelrückstände, Rückstände in ungewaschener neuer Kleidung, dunkle oder luftundurchlässige Kleidung

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Tierkontakte

bei Allergie

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Umwelt

Tabakrauch, Pollen, Schimmelpilze, Hausstaubmilben, Schwimmbad, Wasser

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Krankheiten

Bakterielle und Virusinfekte, Pilzbesiedlung, andere Entzündungen

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Seelische Verfassung

Stress, Frustration, Konflikte, Wut, Langeweile, Müdigkeit, Erschöpfung

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Mechanische Reizung

Kratzen, Reiben durch Kleidernähte

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Übermäßige Hygiene

Zu häufiges Baden / Duschen und falsche Pflegeprodukte

Therapie: Wie wird Neurodermitis

behandelt?

Die Haut von Kindern und Erwachsenen mit einem atopischen Ekzem bedarf besonderer Schonung und Pflege. Besonders wichtig zur Besserung und Vorbeugung von Ekzemen sind folgende Punkte:


Kleidung

Vermieden werden sollte der Kontakt der Haut mit Wolle und Synthetik-Fasern, ggf. auch mit dunkler Kleidung. Tragen Sie am besten (helle) Baumwollkleidung. Innen liegende Etiketten, welche reizen können, entfernen.

 

Licht und Klima

Ein Wechsel in eine andere Klimazone (z.B. Mittelgebirge, Mittelmeer) oder ein Reizklima wie im Hochgebirge oder an der Nord- und Ostsee, können große Erleichterung bringen. Gelegentlich reicht eine Änderung der Umgebung, um den Hautzustand zu bessern. Manchmal ist eine regelmäßige Lichttherapie in einer speziellen Kabine oder in einem speziellen Bad sinnvoll (Balneophototherapie).

 

Allergene

Vermeiden Sie den Kontakt mit Stoffen, gegen die Sie allergisch sind. Reduzieren Sie Kontakte mit typischen Allergieauslösern wie Haustieren und Hausstaubmilben. Bei starken Allergien kann eine Desensibilisierungen notwendig sein. 

 

Ernährung

Patienten mit atopischer Dermatitis sollten bestimmte Nahrungsmittel, von denen bekannt ist, dass sie häufig die Erkrankung verschlimmern können, eher meiden. Hierzu zählen insbesondere saures Obst und Gemüse (Zitrusfrüchte!, Kiwis, Obstsäfte, Tomaten), Süßigkeiten, Nüsse, Schweinefleisch und -Wurstwaren, scharfe Gewürze (Paprika, Pfeffer, Curry), Sellerie und Alkohol. Meiden sollten Sie auch alle Nahrungsmittel, gegen die Sie allergisch sind bzw. nach deren Genuss Sie eine Verschlechterung des Ekzems feststellen. Die Verträglichkeit von Fisch, Krustentieren (Crevetten, Langusten etc.) und von größeren Mengen Milchprodukten müssen Sie selbst testen. Generell gilt: was Sie gut vertragen, können Sie auch essen. Wenn die Verträglichkeit unklar ist: meiden oder selber ausprobieren (z.B. eine Woche meiden, dann wieder essen). Was Sie nicht vertragen: meiden.

 

Psyche

Häufig treten Krankheitsschübe mit verstärktem Juckreiz in Situationen oder Phasen besonderer psychischer Anspannung oder Stress auf. Entspannungsübungen (z.B. Autogenes Training, Meditation, Atemübungen), evtl. auch Verhaltenstherapie, können helfen, mit diesen Situationen besser umzugehen. Manche Krankenkassen bieten darüber hinaus Patientenschulungen an.

 

Beruf, Arbeitsplatz, Schule & Freizeit

Bemühen Sie sich um einen geregelten, möglichst stressfreien Tagesablauf. Jeder Mensch ist Stress ausgesetzt, das Geheimnis ist viel mehr, wie Sie damit umgehen. Nehmen Sie bei all Ihren Beschäftigungen und Tätigkeiten Rücksicht auf Ihre Haut, fixieren Sie sich aber nicht zu sehr auf sie und leben Sie so unbeeinflusst davon wie möglich.

 

Hautreinigung und Hautpflege

Basistherapie: Je nach Hautzustand muss die Haut regelmäßig, bis zu 4 x täglich eingecremt werden. Bei besonders trockener Haut (vor allem im Winter) empfehlen sich stärker rückfettende Salben, insbesondere am Abend, mit Zusätzen wie Glycerin oder Urea (diese Zusätze können auf offener Haut brennen). Mit einer konsequenten und guten Basistherapie können Sie akute Schübe mildern, hinauszögern oder sogar ganz verhindern.

Vermeiden Sie häufiges und ausgedehntes Baden und Duschen. Verwenden Sie hierbei Badeöle oder rückfettende Duschöle oder sog. „alkalifreie“ Waschsyndets. Duschen oder baden Sie nur kurz und mit nicht zu warmen Wasser. Benutzen Sie Waschsubstanzen nur dort, wo es nötig ist (nicht am ganzen Körper). Nach jedem Baden oder Duschen sollte die Haut nur schwach abgetrocknet werden und (am besten innerhalb von 3 Minuten) mit einer Lotion, Creme oder Salbe für trockene Haut rückgefettet werden.

Aufgrund der Chlorierung sind Besuche in Schwimmbädern eher zu meiden, Meerwasser hingegen bessert die Haut meist sehr zügig.

 

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Einsatz von Kortisonsalben: Stellt sich nach den oben genannten Maßnahmen keine Besserung ein, kann der Einsatz von Salben mit niedrig wirksamen Glukokortikoiden (Kortison) notwendig sein, welche die Entzündung hemmen. Bei besonders starken Schüben werden diese auch in hoch wirksamer Form angewendet.

Proaktive Therapie: Zusätzlich zu einer erfolgreichen Behandlung nach einem Schub, kann die proaktive Therapie angewendet werden. Hierbei wird ein antientzündlicher Wirkstoff regelmäßig (in der Regel zweimal in der Woche) eingesetzt, um neue Krankheitsschübe zu verhindern. 

Unsere erfahrenen Hautärzte können Neurodermitis anhand der Hautarzt-App DERMAFY diagnostizieren und Ihnen innerhalb von nur 48 Stunden eine konkrete, auf Sie abgestimmte Therapieempfehlung inklusive der Angabe von passenden Pflegeprodukten geben. Bekommen Sie hier Ihre kompetente Diagnose & Therapieempfehlung von unseren in Deutschland niedergelassenen Fachärzten.

Dr. Sebastian Pfeifer
Verfasst von Dr. Sebastian Pfeifer

Dr. Sebastian Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, Gründer der Online Hautarztapp DERMAFY und Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen wie die Neurodermitis.

 

Quellangaben

Altmeyer, P : Atopische Dermatitis (24.08.2022); 
Abgerufen am 15.11.2022 von www.altmeyers.org



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