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Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs)

Was ist das und wie können sie Dir helfen?

Veröffentlicht: 09.06.2024
DiGA (Digitale Gesundheitsanwendungen). Arzt zeigt auf digitales medizinisches Interface. Text umgeben von Icons, angeordnet im Kreis.

In der heutigen digitalen Welt gibt es immer mehr Möglichkeiten, Deine Gesundheit zu verbessern und zu überwachen. Eine dieser Möglichkeiten sind Digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGAs. Diese innovativen Apps und Programme können Dir helfen, Deine Gesundheit eigenständig zu managen und gezielt zu verbessern.

Im folgenden Blogbeitrag erklärt Dir unser Ärzteteam, was genau DiGAs eigentlich sind, welche Vorteile sie bieten und welche Risiken Du beachten solltest.

Was sind DiGAs?

Der Begriff „DiGA“ steht für Digitale Gesundheitsanwendung. Dabei handelt es sich um Apps oder webbasierte Programme, die Dir helfen, Deine Gesundheit zu verbessern oder zu erhalten. Sie können bei verschiedenen gesundheitlichen Problemen unterstützend wirken, sei es bei der Überwachung chronischer Krankheiten, der Förderung eines gesunden Lebensstils oder als Hilfe bei psychischen Problemen. DiGAs sind speziell dafür entworfen worden, um medizinische Diagnosen zu vereinfachen, Behandlungen zu optimieren und Dich dabei zu begleiten, gesündere Entscheidungen zu treffen. 

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Wie sieht die bisherige Entwicklung aus?

Seit der Einführung von DiGAs hat sich viel getan. Im Jahr 2019 hat die Bundesregierung das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) verabschiedet, um die Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen zu fördern. Seitdem haben DiGAs stark an Bedeutung gewonnen. 

Gesetzliche Grundlage

Das Digitale-Versorgung-Gesetz ermöglicht es Ärzten, DiGAs zu verschreiben, die dann von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Das war ein wichtiger Schritt, um digitale Gesundheitslösungen in den allgemeinen Versorgungsprozess zu integrieren. Dieses Gesetz hat den Weg für eine Vielzahl von DiGAs geebnet, die mittlerweile auf dem Markt verfügbar sind.  

Wichtige Ereignisse:

Seit der Verabschiedung des DVG gab es mehrere wichtige Ereignisse: 

  • Zulassung der ersten DiGAs: Bereits im Jahr 2020 wurden die ersten DiGAs durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen. Dies war der Start einer neuen Ära im Gesundheitswesen, in der digitale Anwendungen offiziell als Teil der medizinischen Versorgung anerkannt wurden. 
  • Erweiterung des DiGA-Verzeichnisses: Ende 2023 waren mehr als 30 verschiedene DiGAs im offiziellen Verzeichnis des BfArM gelistet. Diese Zahl wächst ständig, da immer mehr Entwickler ihre Apps zur Zulassung einreichen. Das Verzeichnis umfasst eine Vielzahl von Anwendungen, die unterschiedliche gesundheitliche Bedürfnisse abdecken, von der Behandlung chronischer Krankheiten bis hin zur Unterstützung bei psychischen Problemen. 
  • Integration in das Gesundheitssystem: DiGAs haben sich zunehmend in das deutsche Gesundheitssystem integriert. Krankenhäuser, Arztpraxen und Gesundheitsdienstleister nutzen DiGAs, um ihre Patienten besser zu unterstützen und effizientere Behandlungsmethoden zu bieten. 

Wie sieht aktuell der Markt aus?

Der Markt für DiGAs entwickelt sich rapide. Neben den bereits zugelassenen gibt es eine Vielzahl weiterer DiGAs in der Entwicklungs- und Prüfungsphase. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der Behandlung von Krankheiten, sondern auch auf der Prävention und der Gesundheitsförderung. Die Auswahl der angebotenen DiGAs reicht von Anwendungen zur Unterstützung bei Diabetes und Bluthochdruck bis hin zu Apps für psychische Gesundheit und Fitness. 

Nutzerzahlen und Marktübersicht

Die Nutzerzahlen für DiGAs steigen stetig. Anfang 2023 nutzten bereits über eine Million Menschen in Deutschland DiGAs. Die Zahl der auf dem Markt verfügbaren DiGAs hat sich ebenfalls rasant erhöht. Ende 2023 waren mehr als 30 verschiedene DiGAs im offiziellen Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet. Diese Zahl wächst stetig, da immer mehr Entwickler ihre Apps für eine Zulassung einreichen. 

Was ist das DiGA-Verzeichnis?

Das DiGA-Verzeichnis ist eine offizielle Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), in der alle zugelassenen digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) aufgeführt sind. Es dient der Qualitätssicherung, Transparenz und Erstattungsfähigkeit. Nur DiGAs, die strenge Prüfungen bezüglich Sicherheit, Datenschutz und Wirksamkeit bestehen, werden in das Verzeichnis aufgenommen. Ärzte können DiGAs verschreiben und die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen dann die Kosten für gelistete DiGAs. Das Verzeichnis ist öffentlich zugänglich und bietet detaillierte Informationen zu jeder zugelassenen DiGA. 

Wie erfolgt eine Aufnahme in das DiGA Verzeichnis?

Um in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen zu werden, müssen digitale Gesundheitsanwendungen einen strengen Zulassungsprozess durchlaufen. Hierzu gehört: 

  • Antragstellung: Der Hersteller der DiGA stellt einen Antrag beim BfArM. Dieser Antrag muss detaillierte Informationen zur Produkteigenschaft, Sicherheit und zum Datenschutz der Anwendung enthalten. 
  • Prüfung: Das BfArM prüft dann den Antrag und bewertet die DiGA hinsichtlich ihrer Sicherheit, Funktionsfähigkeit und des Nutzens für den Patienten. Dazu gehört auch die Überprüfung der Datenschutzkonzepte und der medizinischen Wirksamkeit der Anwendung. 
  • Testphase: In einigen Fällen kann das BfArM eine Testphase anordnen, in der die DiGA von Patienten unter realen Bedingungen genutzt wird. Die Ergebnisse dieser Testphase fließen dann in die Bewertung mit ein. 
  • Zulassung: Wenn die DiGA alle Kriterien erfüllt hat, wird sie in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen. Ab diesem Zeitpunkt kann sie von Ärzten verschrieben und von den Krankenkassen erstattet werden. 

Welche DiGA Apps gibt es?

Zu den meistgenutzten DiGAs gehören: 

  • Kalmeda: Diese App hilft Dir bei der Behandlung von Tinnitus. Sie bietet individuelle Therapiepläne und ermöglicht das Tracking Deiner Fortschritte. Mehr Infos findest Du hier. 
  • Vivira: Eine App für physiotherapeutische Übungen, die speziell bei Rückenschmerzen hilft. Sie bietet Dir angepasste Trainingspläne und zeigt Dir, wie Du die Übungen korrekt ausführst. Mehr Infos findest Du hier. 
  • Deprexis: Unterstützt Patienten mit Depressionen durch kognitive Verhaltenstherapien. Mehr Infos findest Du hier. 
  • Selfapy: Eine App zur Unterstützung bei Angststörungen und Depressionen. Sie bietet Dir wissenschaftlich belegte Übungen und eine regelmäßige Beratung durch Psychologen. Mehr Infos findest Du hier. 
  • mySugr: Diese App hilft Dir, Diabetes besser zu managen. Sie ermöglicht die einfache Erfassung von Blutzuckerwerten und bietet individuelle Analysen und Berichte. Mehr Infos findest Du hier. 

Welche Vorteile haben DiGAs?

DiGAs ermöglichen Dir eine Reihe von Vorteilen, die Dir das Leben deutlich erleichtern und Deine Gesundheit verbessern können: 

  • Einfache Zugänglichkeit: Du kannst DiGAs jederzeit und überall nutzen. Alles, was Du brauchst, ist ein Smartphone oder ein Computer, was besonders praktisch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder in ländlichen Gebieten ohne direkten Zugang zu medizinischen Dienstleistungen ist. 
  • Individuelle Unterstützung: DiGAs bieten oft Programme, die sich an Deine individuellen Bedürfnisse anpassen. Sie können Dein Verhalten und deine Fortschritte verfolgen und Dir darauf basierend personalisierte Ratschläge geben. 
  • Ständige Verfügbarkeit: Anders als herkömmliche Therapien, die zeitlich begrenzt sind, stehen Dir DiGAs rund um die Uhr zur Verfügung. Du kannst sie nutzen, wann immer es Dir passt, ohne auf feste Termine angewiesen zu sein. 
  • Förderung der Eigenverantwortung: DiGAs können Dich motivieren, aktiv an Deiner Gesundheit zu arbeiten und selbst Verantwortung zu übernehmen. Durch die ständige Verfügbarkeit und die interaktiven Elemente kannst Du kontinuierlich an Deinen Gesundheitszielen arbeiten. 
  • Unterstützung durch Krankenkassen: Viele DiGAs werden von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet, sodass keine zusätzlichen Kosten für Dich entstehen.  
  • Verbesserte Kommunikation: Einige DiGAs bieten Funktionen zur direkten Kommunikation mit Deinem Arzt oder Therapeuten. Dies kann die Zusammenarbeit und die Anpassung der Behandlung deutlich erleichtern. 

Welche Risiken entstehen bei der Nutzung von DiGAs?

Trotz der enormen Vorteile, die durch die Einführung von DiGAs entstehen, gibt es auch einige Risiken und Herausforderungen bei der Nutzung von DiGAs: 

  • Datenschutz: Da DiGAs oft sensible Gesundheitsdaten verarbeiten, ist der Schutz Deiner Daten besonders wichtig. Du solltest sicherstellen, dass die Anwendung strenge Datenschutzrichtlinien einhält. Informiere Dich, wie Deine Daten gespeichert und verarbeitet werden und ob sie an Dritte weitergegeben werden. 
  • Wirksamkeit: Nicht alle DiGAs sind gleich wirksam. Achte darauf, nur DiGAs zu nutzen, die eine nachgewiesene Wirkung haben und von offiziellen Stellen wie dem BfArM zugelassen sind.  
  • Technische Probleme: Wie bei jeder neuen Technik können auch bei DiGAs technische Probleme auftreten, die ihre Nutzung beeinträchtigen können. Regelmäßige Updates und ein guter Kundensupport sind hier entscheidend. 
  • Abhängigkeit von Geräten: DiGAs setzen voraus, dass Du ein Smartphone oder einen Computer besitzt und damit umgehen kannst. Für manche Menschen kann dies eine Hürde darstellen, besonders für ältere Personen oder solche, die wenig technikaffin sind. 
  • Fehlende persönliche Interaktion: DiGAs ersetzen nicht die persönliche Beratung durch einen Arzt. Sie sollten als Ergänzung und nicht als Ersatz für herkömmliche Behandlungen gesehen werden. Es ist wichtig, dass Du weiterhin regelmäßig Deinen Arzt aufsuchst und ihn über Deine Fortschritte informierst. 
  • Compliance: Die Nutzung einer DiGA erfordert Eigeninitiative und Disziplin. Nicht jeder Nutzer hält sich langfristig an die empfohlenen Übungen oder Anwendungen, was die Wirksamkeit langfristig beeinträchtigen kann. 

Wie lange ist ein DiGA Rezept gültig?

Ein DiGA-Rezept, das Dir von Deinem Arzt ausgestellt wird, ist in der Regel drei Monate (90 Tage) gültig. Innerhalb dieses Zeitraums solltest Du das Rezept bei deiner Krankenkasse einreichen, um die Erstattung und Nutzung der digitalen Gesundheitsanwendung zu ermöglichen. Falls Du das Rezept innerhalb dieser Frist nicht einreichst, musst Du möglicherweise ein neues Rezept vom Arzt anfordern. 

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Über den Autor
Dr. med. Frederic Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, einer der Gründer der digitalen Hautarzt-App DERMAFY und Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen.
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Dr. med. Frederic Pfeifer
Dr. med. Frederic Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, einer der Gründer der digitalen Hautarzt-App DERMAFY und Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen.
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