Candidose

Soor

ICD-Code: B37.9

Definition:

Was ist eine Candidose?

Auch: Candidamykose, Candida-Mykose, Candidamykose interdigitale, Candidasis, Candidiasis, Candidose, Candidosis, Erosio interdigitalis blastomycetica, Granuloma candidamyceticum, Kandidamykose, Kandidose, Kandidosen, Moniliasis, Mukokutane Candidose, Oidiomykose, Oidomycosis, Oidose, Soor

Candidose ist eine Hefepilzinfektion der Haut und Schleimhäute. Sie wird in 90% der Fälle durch den Erreger Candida albicans verursacht. Pilze dieser Gattung befinden sich normalerweise in einem Gleichgewicht mit anderen Mikroorganismen auf der Haut. Kommt es allerdings zu einem übermäßigen Wachstum der Pilze entsteht die sogenannte Candidose. Typische Symptome sind Rötungen, Juckreiz und schuppende Stellen. Die Pilzinfektion kann überall am Körper auftreten, besonders häufig ist sie aber im Genitalbereich, den Nägeln, im Mund oder in Hautfalten zu finden. Die Therapie ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung.

Candidose: Das wichtigste im Überblick

  1. Tritt vor allem bei Patienten mit schwachen Immunsystem auf.
  2. Kann lokal mit antimykotischen* Salben und Cremes gut behandelt werden.
  3. Typisch sind Rötungen, Juckreiz und schuppende Stellen.
  4. Im Mund zeigen sich abwaschbare weiße Beläge.
  5. Kann durch sexuellen Kontakt übertragen werden.

*antimykotisch = gegen Pilze wirkend

Symptome:

Wie sieht eine Candidose aus?

Typisch für die Erkrankung mit Candida albicans ist, dass sie verschiedene Körperstellen betreffen kann. Die Symptome können dabei individuell variieren und hängen von den betroffenen Stellen ab. Zu den häufigsten Candidose-Symptomen gehören weißliche Läsionen im Mund, begleitet von Schmerzen oder Brennen, was auch als Mundsoor bezeichnet wird. Im Vaginalbereich äußert sich eine Infektion mit Juckreiz, Brennen, weißlichem Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr. Auf der Haut zeigt sich die Candidoses durch rote, juckende Hautausschläge, besonders in Hautfalten wie den Gesäßfalten, der Achselregion oder dem Bereich unter der Brust. Des Weiteren kann Nagelcandidose zu verdickten, verfärbten oder abgelösten Nägeln führen. Bei Männern kann der Pilz Juckreiz und Rötungen der Eichel und Vorhaut verursachen.

Es ist allerdings wichtig zu wissen, dass Candidose auch asymptomatisch sein kann - also keine Symptome zeigt. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der Infektion mit Candida albicans kann helfen, Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.

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Ursachen:

Wie entsteht eine Candidose?

Candidose wird durch sogenannte Hefepilze (Candida) verursacht, wobei der Pilz Candida albicans die häufigste Ursache ist. Diese Hefepilze finden sich bei gesunden Menschen normalerweise auf der Haut, in der Mundhöhle, im Verdauungstrakt und in der Vagina. In der Regel verursachen sie keine Probleme und sind in einem Gleichgewicht mit anderen Mikroorganismen im Körper. Kommt es allerdings zu einem Ungleichgewicht, wachsen die Hefepilze übermäßig an. Dies führt zu den typischen Symptomen einer Candidose. Folgende Risikofaktoren können zu einer Candidose führen:

  • Diabetes mellitus
  • Adipositas (Übergewicht)
  • Antibiotikatherapie
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Schwangerschaft
  • Feuchtigkeit und Wärme
  • Übermäßiger Zucker und Hefekonsum
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Kortisontherapie
  • Hormonstörungen

 

Ansteckung

Ist eine Candidose ansteckend?

Ja, eine Pilzinfektion kann ansteckend sein. Sie wird normalerweise durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen; beispielsweise durch sexuellen Kontakt oder über kontaminierte Gegenstände und Oberflächen. Die Erreger können sich auf Handtüchern oder gewöhnlichen Alltagsgegenständen befinden. Wichtig ist allerdings, dass nicht jeder Kontakt mit einer Pilzinfektion auch zu einer Ansteckung führt. Das Risiko einer Ansteckung hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Immunsystem ab.

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Diagnose:

Wie erkennt man eine Candidose?

Normalerweise ist die Candidose von einem geschulten Auge durch ihr typisches Aussehen schnell zu erkennen. Nichts desto trotz wird dein Arzt eine ausführliche körperliche Untersuchung bei dir durchführen und deine Krankengeschichte aufnehmen. Grund hierfür ist, dass es bestimmte Faktoren gibt die eine Erkrankung begünstigen. Beispielsweise durch eine vorherige Antibiotika- oder Kortisontherapie aufgrund anderer Erkrankungen, feuchtes Klima oder eine Schwangerschaft.

Um die Diagnose zu sichern und um festzustellen, um welchen Erreger es sich handelt, wird dein Arzt zusätzlich eine mikrobiologische Untersuchung anordnen. Dies geschieht in der Regel durch eine kleine Hautprobe in Form eines Abstriches. So lässt sich der Erreger identifizieren und eine adäquate Therapie gegen den Pilz einleiten.

 

Komplikationen:

Ist eine Candidose gefährlich?

In der Regel lässt sich eine Candidose gut behandeln und führt nur in seltenen Fällen zu Komplikationen. Bei immungeschwächten Patienten hingegen kann es zur Ausbreitung der Pilzinfektion auf den gesamten Körper kommen. Man spricht hier auch von einer systemischen Pilzinfektion. Diese Form der Infektion ist deutlich hartnäckiger und schwieriger zu behandeln, was Komplikationen mit sich bringen kann. Hierzu gehört unter anderem ein Pilzbefall der Speiseröhre, des Herzens, der Lunge oder des zentralen Nervensystems. Daraus kann sich eine lebensbedrohliche Candida-Sepsis entwickeln, die in einem Multiorganversagen endet.

 

Therapie:

Was kann man gegen eine Candidose tun?

Im Allgemeinen erfolgt die Behandlung der Candidose mit Antimykotika entweder in lokaler oder oraler Form. Hier wird entweder eine Salbe direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen oder die Antimykotika in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen. Die vaginale Candidose wird normalerweise mit speziellen vaginalen Pilzmittel - in der Regel in Form von Zäpfchen - behandelt. Die Therapie sollte unbedingt nach den Anweisungen des Arztes durchgeführt werden. Auch dann, wenn die Symptome nachlassen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Infektion vollständig beseitigt wird.

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie können Lebensstiländerungen, wie die Reduzierung des Zuckerkonsums, gute Hygiene und das Tragen atmungsaktiver Kleidung dazu beitragen, Candidose zu behandeln und zukünftige Infektionen zu vermeiden. Immungeschwächte Patienten sollten beim Auftreten einer Pilzinfektion unverzüglich einen Arzt aufsuchen, um das Risiko einer lebensbedrohlichen Candida-Sepsis zu vermeiden.

 

Wirkstoffe:

Was hilft gegen eine Candidose?

Autor _ Hautarzt Dr. S. Pfeifer

Autor

Verfasst von Dr. Sebastian Pfeifer

Dr. Sebastian Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, Gründer der Online Hautarztapp DERMAFY und Spezialist für Hautkrebserkrankungen.

Quellangaben
  • Altmeyer, P.: Candidosen (10.09.2022) |
    Abgerufen am 16.09.2023 von www.altmeyers.org
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