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Lipödem

Auch bekannt als: Adiposalgie, Dickes Bein der gesunden Frau, Fettbein, Lipedema, lipedema, Lipidose, Säulenbein, Schmerzhaftes Lipödemsyndrom, Schmerzhaftes Säulenbein

ICD-Code: R60.9
Lipödem-Kompressionsstrümpfe
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Definition:

Was ist ein Lipödem?

Bei einem Lipödem handelt es sich um eine chronische Fettverteilungsstörung, bei der es zu einer unverhältnismäßig hohen Ansammlung von Fettgewebe an bestimmten Körperstellen kommt. Typischerweise sind vor allem die Hüften, die Oberschenkel oder das Gesäß betroffen. Die Ausprägung ist immer symmetrisch, das bedeutet, beide Körperseiten sind gleichmäßig betroffen. Das Lipödem betrifft fast ausschließlich Frauen. Die Therapie kann sowohl konservativ als auch chirurgisch erfolgen.

Im folgenden Artikel erklären Dir unsere Fachärzt:innen, welche typischen Symptome bei dieser Erkrankung auftauchen, welche Ursachen sie hat und welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt.

Symptome:

Wie sieht ein Lipödem aus?

Typisch für das Lipödem ist eine unverhältnismäßige Ansammlung von Fettgewebe an bestimmten Körperstellen. Hierbei sind vor allem die Hüften, Oberschenkel, Gesäß sowie die Arme betroffen. Ein Lipödem tritt in der Regel symmetrisch auf, das heißt, beide Körperseiten sind gleichmäßig befallen. Infolgedessen wirken die betroffenen Körperstellen im Vergleich zum restlichen Körper überproportional groß. Begleitet wird ein Lipödem oftmals von Schmerzen, Ödemen sowie einem Schwere- und Spannungsgefühl in den betroffenen Extremitäten. Hände und Füße bleiben allerdings immer frei und sind nicht betroffen. Außerdem kann es zur Ausbildung von Hämatomen (Blutergüssen) und einer Cellulite ähnlichen Textur kommen. Besonders wichtig ist, dass ein Lipödem in seiner Erscheinung von Patient zu Patient stark variieren kann, daher sollte immer Rücksprache mit einem Arzt geführt werden.

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Diagnose:

Wie erkennt man ein Lipödem?

Das Lipödem lässt sich normalerweise an seinem typischen Aussehen bereits anhand einer Blickdiagnose erkennen. In der Regel lässt es sich gut von anderen Fettverteilungsstörungen oder beispielsweise einfachem Übergewicht (Adipositas) unterscheiden. Nichtsdestotrotz wird Dein Arzt Dich zuvor ausführlich körperlich untersuchen und mit Dir Deine bisherige Krankengeschichte (Anamnese) besprechen. So lassen sich ggf. bereits erste Rückschlüsse zur Entstehung des Lipödems finden, z. B. durch eine familiäre Häufung. Zusätzlich kann er eine Ultraschalluntersuchung oder Magnetresonanztomografie (MRT) anordnen. Hiermit lässt sich die genaue Struktur und mögliche Veränderungen im Fettgewebe besser darstellen und so eine adäquate Therapie einleiten.

Beispielbilder:

So sieht ein Lipödem aus

Ursachen:

Wie entsteht ein Lipödem?

Die genaue Ursache, wie es zu einem Lipödem kommt, ist bis heute nicht vollständig wissenschaftlich geklärt. Es wird aber vermutet, dass eine genetische Vorbelastung in Kombination mit hormonellen und Umweltfaktoren zur Entstehung eines Lipödems führen kann. Diese Faktoren können sein:

  • Familiäre Veranlagung
  • Hormonelle Veränderungen durch Östrogene: Pubertät, Schwangerschaft, Menopause
  • Entzündungen im Fettgewebe
  • Veränderungen des Bindegewebes
  • Störungen des Lymphsystems
  • Ernährung und Lebensstil
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Ansteckung:

Ist ein Lipödem ansteckend?

Nein, ein Lipödem ist nicht ansteckend. Es ist keine Infektionskrankheit und wird weder durch Bakterien noch durch andere Erreger verursacht. Es ist das Ergebnis einer chronischen Fettverteilungsstörung.

Komplikationen:

Ist ein Lipödem gefährlich?

Das Lipödem an sich ist in der Regel keine gefährliche Erkrankung, allerdings wird es häufig als kosmetisch störend empfunden und kann mitunter zu einem hohen psychischen und körperlichen Leidensdruck führen. Betroffene verspüren oftmals ein geringes Selbstwertgefühl und hohe psychische Belastungen. Die Schwere des Leidensdrucks kann von Patient zu Patient variieren und ist abhängig vom Grad der Erkrankung. Das Lipödem kann mitunter Schwellungen, Schmerzen und ein Empfindlichkeitsgefühl verursachen, was infolgedessen die Beweglichkeit einschränken kann. In einigen Fällen kann es zu weiteren Problemen führen, wie chronischen Entzündungen oder Komplikationen im Lymphsystem oder in den Venen (venöse Insuffizienz). Daher ist eine rechtzeitige Diagnose von extremer Wichtigkeit, um die negativen Auswirkungen so weit wie möglich zu minimieren.

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Dr. Frederic Pfeifer

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Therapie:

Was kann man gegen ein Lipödem tun?

Ziel in der Behandlung des Lipödems ist es, die Symptome zu lindern, Komplikationen zu verhindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Die Therapie kann sowohl konservativ als auch chirurgisch erfolgen. Zu der konservativen Therapie gehört vor allem das Tragen von Kompressionskleidung, die Anwendung von physikalischer Therapie, manuelle Lymphdrainage sowie regelmäßige Bewegung. Außerdem können entzündungs- und schmerzstillende Medikamente ebenfalls zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden. In schweren Fällen oder wenn konservative Therapien nicht ausreichen, kann eine Liposuktion (Fettabsaugung) in Betracht gezogen werden, um überschüssiges Fettgewebe zu entfernen. Im Allgemeinen empfiehlt sich ein ganzheitlicher Ansatz in der Behandlung des Lipödems, speziell in der Ernährungsoptimierung, Stressbewältigung sowie die Verwendung von alternativen Therapien. Es sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der auf ein Lipödem spezialisiert ist, um bestmögliche Behandlungserfolge zu erzielen, denn eine frühzeitige Diagnose kann dazu beitragen, die Komplikationen eines Lipödems zu minimieren und die Lebensqualität zu steigern.

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Über den Autor
Dr. med. Marta Berger ist Fachärztin für Dermatologie und spezialisiert auf die Bereiche Telemedizin, ästhetische Dermatologie, Dermatochirurgie und Lasertherapie.
Quellangaben

Altmeyer, P.: Lipödem (31.12.2020) | Abgerufen am 06.08.2023 auf www.altmeyers.org

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