Atopisches Ekzem

Neurodermitis

ICD-Code: L20.-

Definition:

Was ist Neurodermitis?

Auch: atopisches Ekzem, atopische Dermatitis, endogenes Ekzem

Unter der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) versteht man eine chronisch, entzündliche Hauterkrankung. Sie beruht auf einer erblichen Veranlagung, der sog. Atopie. Diese kann sich entweder als Ekzem, Heuschnupfen oder als Asthma äußern. Nicht jeder mit dieser Veranlagung zeigt die typischen Hautveränderungen. Meist liegt bei Atopikern aber eine empfindliche, zu Trockenheit und Ekzemen neigende Haut vor, die zudem über weniger Schutz- und Abwehrstoffe verfügt. Ca. 15 – 20 % aller Kinder sind betroffen, jedoch nur noch 1,5 – 3 % der Erwachsenen. Das bedeutet, dass es bei Kindern häufig innerhalb der ersten Lebensjahre zu einer dauerhaften Rückbildung der Beschwerden kommt.

Überblick: 5 FAKTEN ÜBER Neurodermitis

  1. Neurodermitis beginnt oft im Kindesalter im Alter von unter 5 Jahren.
  2. Die Ursache ist bis heute unklar, es wird aber eine genetische Ursache vermutet.
  3. Hauptsymptome sind Juckreiz und trockene Haut.
  4. Triggerfaktoren sind vor allem Stress , feuchtes / extrem trockenes Klima und Hautirritationen.
  5. Neurodermitis tritt oft in Verbindung mit anderen Erkrankungen wie Allergien oder Asthma auf.

Symptome:

Wie erkenne ich Neurodermitis?

Neurodermitis zeigt sich durch zwei Hauptsymptome: Intensiver Juckreiz und sehr trockene Haut (Xerosis cutis). Es wird zwischen verschiedenen Ausprägungen und Lokalisationen, jeweils abhängig vom Alter, unterschieden. 

Im frühkindlichen Alter (0-2 Jahre) ist hauptsächlich das Gesicht, der Kopf (Milchschorf) und die Streckseiten der unteren Extremitäten betroffen. Der Windelbereich wird in der Regel ausgespart. Es kommt vor allem zur Ausbildung von Ekzemen, die sich durch Juckreiz, Hautrötung, Schuppen oder Bläschenbildung, sowie Krusten äußern. Gelegentlich kann auch der Rumpf betroffen sein.

Die atopische Dermatitis im Kindesalter zwischen 2-12 Jahren zeigt sich vor allem in Hautfalten, oder in Gelenkbeugen besonders betroffen sind hier zb. Kniekehle, oder Ellenbeuge. Es kommt zusätzlich zu einer pathologischen Verdickung der Haut, an den erkrankten Stellen (Lichenifikation).

Im fortschreitenden Alter über 12 Jahren zeigen sich starkverdickte, juckende und teilweise auch schuppende Hautstellen an den Beugeflächen der Extremitäten.

Zusätzlich zu den bereits bekannten und genannten Symptomen ist die atopische Dermatitis mit anderen Erkrankungen, wie Asthma oder Allergien (z. B. Pollen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten) verbunden. Auch haben betroffene Patienten häufig eine Verhornungsstörung der Haut, die sogenannten Reibeisenhaut (Keratosis Pilaris). Die Symptome können Individuell variieren und sich auch im Laufe des Lebens immer wieder verändern. Juckreiz und trockene Haut bleiben aber immer das Hauptsymptom.

Sie leiden vermutlich an Neurodermitis? Unsere Fachärzte sind darauf spezialisiert, Neurodermitis und andere Hauterkrankungen anhand von wenigen Bildern und Informationen zu diagnostizieren und erfolgreich zu behandeln. Erhalten Sie mit unserem Hautarzt online per App innerhalb von max. 24 Stunden eine kompetente Diagnose, Therapie und Privatzrezept. 

Neurodermitis behandeln lassen

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Ursachen:
Was sind die Auslöser für Neurodermitis?

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Klima

Starke Temperaturschwankungen, Winter, Schwitzen, trockene Heizungsluft

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Ernährung

z.B. Saures Obst und Gemüse, Süßigkeiten, Nüsse, scharfe Gewürze und Alkohol

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Kleidung

Synthetik, Wolle, Waschmittelrückstände, Rückstände in ungewaschener neuer Kleidung, dunkle oder luftundurchlässige Kleidung

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Tierkontakte

bei Allergie

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Umwelt

Tabakrauch, Pollen, Schimmelpilze, Hausstaubmilben, Schwimmbad, Wasser

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Krankheiten

Bakterielle und Virusinfekte, Pilzbesiedlung, andere Entzündungen

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Seelische Verfassung

Stress, Frustration, Konflikte, Wut, Langeweile, Müdigkeit, Erschöpfung

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Mechanische Reizung

Kratzen, Reiben durch Kleidernähte

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Übermäßige Hygiene

Zu häufiges Baden / Duschen und falsche Pflegeprodukte

Diagnose:

Wie wird die atopische Dermatitis erkannt?

Die Hauterkrankung wird meist durch eine genaue Blickdiagnose festgestellt. Juckreiz und auch Ekzeme müssen für die Diagnose vorhanden sein. Da die atopische Dermatitis oft ein Zusammenspiel mehrerer Erkrankungen ist, wird der entsprechende Hautarzt Sie genau zu Allergien oder Asthma befragen. Auch wird er Sie zu Erkrankungen in Ihrer Familie befragen, da die Neurodermitis oft genetisch veranlagt ist.

Unsere erfahrenen Hautärzte können Neurodermitis anhand der Hautarzt App DERMAFY diagnostizieren und Ihnen innerhalb von nur 24 Stunden eine konkrete, auf Sie abgestimmte Therapieempfehlung inklusive der Angabe von passenden Pflegeprodukten geben. Bekommen Sie hier Ihre kompetente Diagnose & Therapieempfehlung von unseren in Deutschland niedergelassenen Fachärzten.

 

Therapie:

Wie wird Neurodermitis

behandelt?

Die Haut von Kindern und Erwachsenen mit einem atopischen Ekzem bedarf besonderer Schonung und Pflege. Besonders wichtig zur Besserung und Vorbeugung von Ekzemen sind folgende Punkte:


Kleidung

Vermieden werden sollte der Kontakt der Haut mit Wolle und Synthetik-Fasern, ggf. auch mit dunkler Kleidung. Tragen Sie am besten (helle) Baumwollkleidung. Innen liegende Etiketten, welche reizen können, entfernen.

 

Licht und Klima

Ein Wechsel in eine andere Klimazone (z.B. Mittelgebirge, Mittelmeer) oder ein Reizklima wie im Hochgebirge oder an der Nord- und Ostsee, können große Erleichterung bringen. Gelegentlich reicht eine Änderung der Umgebung, um den Hautzustand zu bessern. Manchmal ist eine regelmäßige Lichttherapie in einer speziellen Kabine oder in einem speziellen Bad sinnvoll (Balneophototherapie).

 

Allergene

Vermeiden Sie den Kontakt mit Stoffen, gegen die Sie allergisch sind. Reduzieren Sie Kontakte mit typischen Allergieauslösern wie Haustieren und Hausstaubmilben. Bei starken Allergien kann eine Desensibilisierungen notwendig sein. 

 

Ernährung

Patienten mit atopischer Dermatitis sollten bestimmte Nahrungsmittel, von denen bekannt ist, dass sie häufig die Erkrankung verschlimmern können, eher meiden. Hierzu zählen insbesondere saures Obst und Gemüse (Zitrusfrüchte!, Kiwis, Obstsäfte, Tomaten), Süßigkeiten, Nüsse, Schweinefleisch und -Wurstwaren, scharfe Gewürze (Paprika, Pfeffer, Curry), Sellerie und Alkohol. Meiden sollten Sie auch alle Nahrungsmittel, gegen die Sie allergisch sind bzw. nach deren Genuss Sie eine Verschlechterung des Ekzems feststellen. Die Verträglichkeit von Fisch, Krustentieren (Crevetten, Langusten etc.) und von größeren Mengen Milchprodukten müssen Sie selbst testen. Generell gilt: was Sie gut vertragen, können Sie auch essen. Wenn die Verträglichkeit unklar ist: meiden oder selber ausprobieren (z.B. eine Woche meiden, dann wieder essen). Was Sie nicht vertragen: meiden.

 

Psyche

Häufig treten Krankheitsschübe mit verstärktem Juckreiz in Situationen oder Phasen besonderer psychischer Anspannung oder Stress auf. Entspannungsübungen (z.B. Autogenes Training, Meditation, Atemübungen), evtl. auch Verhaltenstherapie, können helfen, mit diesen Situationen besser umzugehen. Manche Krankenkassen bieten darüber hinaus Patientenschulungen an.

 

Beruf, Arbeitsplatz, Schule & Freizeit

Bemühen Sie sich um einen geregelten, möglichst stressfreien Tagesablauf. Jeder Mensch ist Stress ausgesetzt, das Geheimnis ist viel mehr, wie Sie damit umgehen. Nehmen Sie bei all Ihren Beschäftigungen und Tätigkeiten Rücksicht auf Ihre Haut, fixieren Sie sich aber nicht zu sehr auf sie und leben Sie so unbeeinflusst davon wie möglich.

 

Hautreinigung und Hautpflege

Basistherapie: Je nach Hautzustand muss die Haut regelmäßig, bis zu 4 x täglich eingecremt werden. Bei besonders trockener Haut (vor allem im Winter) empfehlen sich stärker rückfettende Salben, insbesondere am Abend, mit Zusätzen wie Glycerin oder Urea (diese Zusätze können auf offener Haut brennen). Mit einer konsequenten und guten Basistherapie können Sie akute Schübe mildern, hinauszögern oder sogar ganz verhindern.

Vermeiden Sie häufiges und ausgedehntes Baden und Duschen. Verwenden Sie hierbei Badeöle oder rückfettende Duschöle oder sog. „alkalifreie“ Waschsyndets. Duschen oder baden Sie nur kurz und mit nicht zu warmen Wasser. Benutzen Sie Waschsubstanzen nur dort, wo es nötig ist (nicht am ganzen Körper). Nach jedem Baden oder Duschen sollte die Haut nur schwach abgetrocknet werden und (am besten innerhalb von 3 Minuten) mit einer Lotion, Creme oder Salbe für trockene Haut rückgefettet werden.

Aufgrund der Chlorierung sind Besuche in Schwimmbädern eher zu meiden, Meerwasser hingegen bessert die Haut meist sehr zügig.

 

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Einsatz von Kortisonsalben: Stellt sich nach den oben genannten Maßnahmen keine Besserung ein, kann der Einsatz von Salben mit niedrig wirksamen Glukokortikoiden (Kortison) notwendig sein, welche die Entzündung hemmen. Bei besonders starken Schüben werden diese auch in hoch wirksamer Form angewendet.

Proaktive Therapie: Zusätzlich zu einer erfolgreichen Behandlung nach einem Schub, kann die proaktive Therapie angewendet werden. Hierbei wird ein antientzündlicher Wirkstoff regelmäßig (in der Regel zweimal in der Woche) eingesetzt, um neue Krankheitsschübe zu verhindern. 

Wirkstoffe:

Welche Wirkstoffe werden bei Neurodermitis eingesetzt?

  • Betamethasonvalerat 
  • Cetirizin 
  • Urea
  • Pimcrolimus 
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Dr. Sebastian Pfeifer

Autor

Verfasst von Dr. Sebastian Pfeifer

Dr. Sebastian Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, Gründer der Online Hautarztapp DERMAFY und Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen wie die Neurodermitis.

 

Quellangaben

Altmeyer, P : Atopische Dermatitis (24.08.2022); 
Abgerufen am 15.11.2022 von www.altmeyers.org

Amboss GmbH. Kapitel: Atopic Dermatitis [30.11.2022], Abgerufen am 08.01.2023 auf www.amboss.com 

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