Metronidazol

Auch bekannt als: Metrocreme®, Metrolotion®, Metrogel®, Rosiced®

Definition:

Was ist Metronidazol?

Auch: Metrocreme®, Metrolotion®, Metrogel®, Rosiced®

Metronidazol, aus der Gruppe der Nitroimidazole, gehört zu den Antibiotika. Sie haben eine antibakterielle Wirkung, d.h. sie bekämpfen Bakterien. Zusätzlich hat Metronidazol eine antientzündliche Wirkung. Metronidazol wird in der Dermatologie unter anderem bei Rosazea oder der Mundrose (Periorale Dermatitis) angewendet. Es findet aber auch einen weiten therapeutischen Nutzen bei vielen anderen Infektionskrankheiten z.B. bei Infektionen der Scheide oder der männlichen Harnröhre. Metronidazol kann sowohl lokal in Form von Gel, Creme oder Vaginalzäpfchen als auch systemisch (in Tablettenform, Infusion) verwendet werden.

Indikatoren:

Für was wird Metronidazol benutzt?

Metronidazol hat einen breiten therapeutischen Nutzen in unterschiedlichen medizinischen Bereichen. In der Dermatologie wird es normalerweise bei folgenden Hautkrankheiten eingesetzt:

Wirkstoffklasse:

Zu welcher Stoffgruppe gehört Metronidazol?

Metronidazol gehört zu den Nitroimidazolen. Diese gehören zur Gruppe der Antibiotika. Antibiotika finden Verwendung in der Bekämpfung von Bakterien (antibakterielle Wirkung). Sie können allerdings abhängig von ihrem therapeutischen Einsatz in Wirkstärke, Wirkungsweise und Anwendung (Creme, Salbe, Tabletten usw.) variieren.

 

Wirkungsweise:

Wie wirkt Metronidazol?

Metronidazol entfaltet seine Wirkung, indem es die DNA der Bakterien schädigt. Dies führt dazu, dass Bakterien abgetötet werden. Man spricht hier auch von einer bakteriziden Wirkung. Metronidazol wirkt zusätzlich gegen einige Parasiten (antiparasitäre Wirkung). Außerdem hat es eine antientzündliche Wirkung, was gerade bei der Behandlung der Rosazea von großem Nutzen ist. Es lindert Rötungen und hat einen immunsuppressiven, sowie antioxidativen Effekt.

 

Nebenwirkungen:

Welche Nebenwirkungen können in der Behandlung mit Metronidazol auftreten?

Die Nebenwirkungen in der Behandlung mit Metronidazol variieren abhängig von ihrer Anwendungsform. Bei der lokalen Anwendung in Form von Gelen oder Salben kann es unter Umständen zu leichten Hautirritationen wie Brennen, Juckreiz, Trockenheit oder Rötung kommen. Im Allgemeinen ist Metronidazol zur äußerlichen Anwendung aber gut verträglich. Bei der systemischen Therapie, d.h. der Einnahme in Tablettenform kann es oftmals zu Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen kommen. Außerdem kann es zu Hautausschlägen, Juckreiz oder allergischen Reaktionen kommen.

Anwendung & Dosierung:

Wie wird Metronidazol verwendet?

Metronidazol wird zur äußerlichen Behandlung in Form von Gel, Lotion oder Creme mit einer Wirkstoffkonzentration von 0,75-2% verwendet. Es sollte 1-2 mal täglich, dünn, nach gründlicher Hautreinigung auf das erkrankte Hautareal aufgetragen werden. Erste Behandlungsergebnisse sind nach ca. 7 Tagen möglich. Die Tube sollte innerhalb von 6-12 Monaten aufgebraucht werden. Generell empfiehlt es sich in der Langzeittherapie.

 

Kontraindikation:

Wann darf Metronidazol nicht verwendet werden?

Metronidazol darf nicht verwendet werden, wenn eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Metronidazol oder Nitroimidazole besteht. Schwangere und Stillende dürfen Metronidazol nicht verwenden, da es unter Umständen zu schwerwiegenden Nebenwirkungen bei dem gestillten Säugling kommen kann. Auch auf Alkohol sollte während der Behandlung verzichtet werden. Metronidazol sollte daher immer nur unter Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden.

Dr. Frederic Pfeifer

Autor

Verfasst von Dr. med. Frederic Pfeifer

Dr. med. Frederic Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, Gründer der Online Hautarztapp DERMAFY und Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen.

Quellangaben
  • Altmeyer, P.: Metronidazol (21.02.2023) | Abgerufen am 01.03.2023 auf www.altmeyers.org
  • Gelbe Liste: Metronidazol (03.02.2019) | Abgerufen am 01.03.2023 auf www.gelbe-liste.de
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