Akne inversa

Hidradenitis suppurativa

ICD-Code: L73.2

Definition:

Was ist Akne inversa?

Auch: Akne inversa, Hidradenitis suppurativa, Abszess der Schweißdrüsen, Achselhöhlenabszess, Achselhöhlenabszess apokriner, Aknetetrade, Apokrine Akne, Chronisch rezidivierende Hidradenitis, Dissecting terminal hair folliculitis, Follikuläre Okklusionstriade, follikuläres Okklusionssyndrom, Hidrosadenitis, Intertriginöse Akne

Akne inversa, auch bekannt unter dem Namen Hidradenitis suppurativa, ist eine seltene, chronische, entzündliche Hauterkrankung. Es kommt zur Ausbildung von schmerzhaften, roten Knoten und Knötchen, die sich im Verlauf bis zu tiefer liegenden Abszessen und Fisteln (Hohlräumen) ausbilden können. Sie tritt besonders unter den Achseln, in der Leistenregion und unter den Brüsten auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung kann auch nach erfolgreicher Operation und Entfernung der erkrankten Hautareale immer wieder auftreten (Rezidiv). Raucher sind besonders häufig betroffen.

AKne inversa: Das wichtigste im Überblick

  • Die Ursache ist bis heute unklar, wahrscheinlich durch eine Fehlfunktion des Immunsystems sowie hormonelle Veränderungen.
  • Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
  • Triggerfaktoren (Rauchen, Übergewicht, starkes Schwitzen) können die Erkrankung verschlimmern und einen erneuten Schub auslösen.
  • Tritt vor allem unter den Achseln, im Leistenbereich, in der Genitalregion und unter den Brüsten auf.
  • Die Therapie erster Wahl ist in der Regel die chirurgische Entfernung der erkrankten Hautareale.

Symptome:

Wie äußert sich Akne inversa?

Acne inversa zeigt sich in der Regel durch multiple, meist sehr schmerzhafte und entzündete, rote Knötchen und Knoten. Diese befinden sich normalerweise sehr oberflächlich, können sich aber bis in tiefer gelegene Abszesse (mit Eiter gefüllte Hohlräume) ausbreiten. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können die Abszesse wulstartige Formen annehmen und eitrig aufplatzen, was wiederum zu schweren Narbenbildungen und daraus resultierend mitunter zu Bewegungseinschränkungen führen kann. Bei genauerer Betrachtung finden sich außerdem kleine eingesunkene Komedone (Mitesser). Acne inversa befindet sich üblicherweise unter den Achseln, unter der Brust, an den Leisten, in der Genitalregion, um den After oder am Gesäß.

 

Arten:

Welche Formen von Akne inversa gibt es?

Die Acne inversa lässt sich je nach ihrer Ausprägung in drei verschiedene Schweregrade unterscheiden:

Grad I: Klinisch zeigen sich vereinzelte schmerzhafte Abszesse, allerdings ohne Narbenstränge (Verwachsungen).

Grad II: Immer wiederkehrende Abszesse, die einzeln oder multipel auftreten. Es kommt zu Narbenbildung und tiefer gelegenen Verwachsungen.

Grad III: Die schwerste Form der Acne inversa. Es bilden sich unscharf begrenzte, multiple, sehr schmerzhafte und entzündliche Abszesse, die sich im Verlauf bis hin zu Fisteln ausbilden können. Durch die schmerzhaften Bewegungseinschränkungen besteht die Gefahr der Gelenkkontrakturen (Versteifungen).

 

Ursachen:

Was verursacht Akne inversa?

Die genaue Ursache, wieso es zur Acne inversa kommt, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird aber vermutet, dass eine hormonelle Umstellung, insbesondere während und nach der Pubertät, auslösend sein kann. Außerdem geht man davon aus, dass es durch eine Fehlfunktion des Immunsystems zu einer erhöhten Aktivität kommt, was infolgedessen zu einer übermäßigen Verhornung der Haarfollikel führt. Daraus resultierend werden so die Talgdrüsen blockiert und das Haar kann nicht nach außen wachsen. Es kommt zur charakteristischen Knotenbildung unter der Haut und im weiteren Verlauf ggf. zur Bildung von eitrigen Abszessen, die mitunter aufplatzen können und unter Narbenbildung abheilen. Des Weiteren gibt es bestimmte Triggerfaktoren, die die Symptome oder erneute Schübe einer Acne inversa begünstigen können. Diese sind: Rauchen, starkes Übergewicht, Schwitzen, mangelnde Körperhygiene, eng sitzende/reibende Kleidung, familiäre Häufung.

 

Ansteckung

Ist Akne inversa ansteckend?

Akne inversa ist nicht ansteckend und wird weder durch Infektionen noch durch Allergien hervorgerufen.

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Diagnose:

Wie wird Akne inversa diagnostiziert?

Akne inversa lässt sich normalerweise an ihren charakteristischen Hautveränderungen an den typischen Körperarealen diagnostizieren. Trotzdem wird Dein Arzt Dich zuvor ausführlich körperlich untersuchen, um den Schweregrad der Erkrankung einschätzen zu können und mit Dir Deine bisherige Krankengeschichte (Anamnese) besprechen. So lassen sich ggf. bereits erste Ursachen für die Entstehung der Akne inversa finden, beispielsweise durch eine familiäre Häufung der Erkrankung. Eventuell wird eine mikrobiologische Untersuchung der offenen Wunden/Abszessen/Knoten angeordnet, um festzustellen, um was für einen Erreger es sich handelt, beispielsweise Bakterien, Parasiten oder Pilze. Auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT sind möglich, um festzustellen, ob sich Fistelgänge (Hohlräume) gebildet haben.

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Komplikationen:

Ist Akne inversa gefährlich?

Die Akne inversa ist eine hartnäckige und langwierige Erkrankung, die selbst nach erfolgreichen Operationen immer wieder auftreten kann (Rezidiv). Zusätzlich besteht die Gefahr der Entwicklung eines Plattenepithelkarzinoms, wenn die Erkrankung über einen langen Zeitraum besteht. Außerdem kann es durch die schmerzhaften Abszesse, Knoten und der Ausbildung von Narben zu Bewegungseinschränkungen kommen, was wiederum langfristig zu Kontrakturen (Versteifungen) der Gelenke, insbesondere Schulter und Hüftgelenke führen kann.

 

Therapie:

Was kann man gegen Akne inversa tun?

In der Regel ist die Therapie erster Wahl in der Behandlung der Acne inversa, die operative Entfernung der erkrankten Hautareale. Hierbei werden sowohl die Epidermis (oberste Hautschicht), als auch tiefer liegende Hautschichten, die mitunter Abszesse und Fisteln beinhalten, entfernt. Ist die Erkrankung leichter ausgeprägt und hat keine tieferen Hautschichten befallen, kann auch unter Umständen mit einer Antibiotika-Therapie eine Verbesserung erreicht werden. Ebenfalls bewährt hat sich die Behandlung mit Laser, indem Haarfollikel zerstört und so ein erneuter Schub verhindert bzw. abgeschwächt werden kann. Eine neuartige Therapieoption ist die Behandlung mit einem Biologikum, hierbei werden bestimmte Prozesse, die an der Entstehung einer Entzündung beteiligt sind, blockiert. Allgemein sollten betroffene Patienten aber unbedingt Triggerfaktoren meiden, um einen erneuten Schub oder eine Verschlechterung der Symptome auszulösen. Dazu gehört beispielsweise, mit dem Rauchen aufzuhören, Gewicht zu verlieren, auf eine ausgewogene Ernährung und Bewegung zu achten und allgemein auf Hygienemaßnahmen zu achten.

 

Wirkstoffe:

Was hilft gegen Akne inversa?



Autor _ Hautarzt Dr. S. Pfeifer

Autor

Verfasst von Dr. Sebastian Pfeifer

Dr. Sebastian Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, Gründer der Online Hautarztapp DERMAFY und Spezialist für Hautkrebserkrankungen.

Quellangaben
  • Altmeyer, P.: Acne inversa (21.04.2022) | Abgerufen am 22.03.2023 auf www.altmeyers.org

  • Altmeyer, P.: Hidradenitis suppurativa (18.08.2022) | Abgerufen am 22.03.2023 auf www.altmeyers.org

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