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Herpes

Auch bekannt als: Herpes-Simplex-Virus-Infektion, Griebe, Griefe, Herpes-Infektionen, Herpes simplex, Herpes simplex Infektionen, HSV Infektionen

ICD-Code: B00.1
Herpes-Bläschen am Mund
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Definition:

Was ist Herpes?

Eine Herpes-Simplex-Infektion ist eine weltweit auftretende virale Infektionskrankheit, die durch das Herpes-Simplex-Virus (HSV) verursacht wird. Man unterscheidet zwischen zwei Haupttypen: dem HSV-Typ 1, der fast ausschließlich Lippenherpes verursacht, und HSV-Typ 2, der vorrangig Genitalherpes auslöst. Typisch für eine Herpes-Simplex-Infektion sind schmerzhafte Bläschen oder Geschwüren auf der Haut oder den Schleimhäuten, oftmals begleitet von Juckreiz, Brennen oder Kribbeln. Die Übertragung erfolgt durch direkten Hautkontakt mit den Bläschen oder durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten (z. B. beim Geschlechtsverkehr). Die Behandlung erfolgt mit antiviralen (gegen Viren wirkenden) Medikamenten. 

Symptome:

Wie sieht Herpes aus?

Eine Herpes-Simplex-Infektion kann abhängig von ihrer Lokalisation verschiedene Symptome verursachen. Weiterhin unterscheidet man, ob es sich um eine erstmalige Infektion handelt oder um eine Reaktivierung des Virus. Im Folgenden beschreiben wir die typischen Symptome von Lippenherpes und Genitalherpes. Mehr Informationen zu den jeweiligen Erkrankungen findest Du im Hauptbeitrag der Krankheiten.

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Diagnose:

Wie erkennt ein Arzt Herpes?

Eine Herpes-Simplex-Infektion können wir Fachärzt:innen in der Regel aufgrund ihres typischen Aussehens und der Bildung multipler Bläschen anhand einer Blickdiagnose, wie beispielsweise über unsere Hautarztapp, feststellen. Zusätzlich wirst Du mit Deinem Arzt Deine aktuelle Krankengeschichte (Anamnese) besprechen. So kann er erste Rückschlüsse auf die Ursache ziehen. Bestehen weiterhin Unklarheiten, kann Dein Arzt auch einen Abstrich von der Bläschenflüssigkeit nehmen und diesen mikrobiologisch im Labor untersuchen lassen. So kann er die genauen Erreger identifizieren und die Diagnose Herpes bestätigen.

Lippenherpes (Herpes simplex labialis)

Typischerweise siehst Du die ersten Symptome häufig durch ein leichtes Jucken oder Kribbeln an der Lippe, woraufhin eine Rötung und die Bildung von Bläschen folgt. Viele Betroffene wissen bereits beim ersten Kribbeln im Mundbereich, dass ein Ausbruch der Krankheit zeitnah erfolgt. Schwellungen, erhöhte Empfindlichkeit oder leichtes Brennen folgen und die Bläschen füllen sich mit klarer Flüssigkeit, die nach mehreren Tagen aufplatzen können und so eine kleine offene Wunde verursachen. Nach Bildung einer gelblichen Kruste erfolgt die Abheilung nach ca. 8–10 Tagen. Die Bläschen können allerdings auch am Naseneingang, an den Wangen oder auch im Augenbereich erscheinen und gehen oft mit Abgeschlagenheit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl einher. 

Genitalherpes (Herpes simplex genitalis)

Genitalherpes zeigt sich häufig durch mehrere in Gruppen auftretende schmerzhafte Bläschen entlang der Genitalien. Lokal kann es zusätzlich zu Schwellungen und Rötungen kommen. Im Verlauf der Erkrankung platzen die mit Flüssigkeit und/oder Eiter gefüllten Bläschen und es kommt zu einer Krustenbildung mit anschließender Abheilung. Befinden sich die Bläschen an den Schleimhäuten, heilen diese in der Regel ohne Krustenbildung und narbenlos ab. Zusätzlich kann es zu Beginn der Erkrankung zu einem allgemeinen Unwohlsein mit Fieber und geschwollenen Lymphknoten kommen. Juckreiz, Brennen, Schmerzen beim Wasserlassen und Schmerzen im Genitalbereich können ebenfalls auftreten. Außerdem können sich die Bläschen im Laufe der Zeit vergrößern oder verkleinern. Die ersten Symptome einer Genitalherpes-Infektion können ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung auftreten. 

Besonders wichtig ist vor allem, dass einige Menschen – insbesondere bei erstmaligen Infektionen (Primärinfektion) –  milde oder keine Symptome haben können (asymptomatischer Verlauf). Jedoch ist es trotzdem möglich, dass diese Personen das Virus auf andere Menschen übertragen können

Beispielbilder:

So kann Herpes aussehen

Ursachen:

Wie entsteht Herpes?

Eine Herpes-Simplex-Infektion wird durch das Herpes-Simplex-Virus (HSV) verursacht. Hierbei unterscheiden wir zwei Haupttypen: dem HSV-Typ 1 und HSV-Typ 2. HSV-Typ 1 ist in der Regel für Lippenherpes (Herpes simplex labialis) verantwortlich, kann aber auch Genitalherpes (Herpes simplex genitalis) verursachen, wohingegen HSV-Typ 2 hauptsächlich Genitalherpes verursacht. Die Übertragung einer Herpes-Simplex-Infektion erfolgt normalerweise durch direkten Kontakt mit den Bläschen oder Geschwüren, beispielsweise durch Küssen oder ungeschützten Geschlechtsverkehr. Es kann also durch den Kontakt mit Speichel, vaginalen Sekreten oder anderen Körperflüssigkeiten übertragen werden. Zusätzlich kann Herpes in Form einer Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen werden. Dies geschieht vor allem durch Husten, Niesen oder das gemeinsame Benutzen von Alltagsgegenständen. Eine Herpes-Simplex-Infektion kann auch übertragen werden, wenn keine sichtbaren Symptome vorhanden sind (asymptomatische Übertragung). Das Herpes-Simplex-Virus verbleibt auch nach überstandener Erkrankung im Körper und kann zu einem späteren Zeitpunkt reaktiviert werden und es kommt zu einem erneuten Ausbruch einer Infektion. Oftmals verläuft diese aber weitaus milder. Triggerfaktoren, die eine erneute Erkrankung begünstigen können, sind vor allem: 

  • Psychischer und körperlicher Stress 
  • Ein geschwächtes Immunsystem 
  • Infektionskrankheiten 
  • UV-Einstrahlung 
  • Hormonelle Veränderungen 
  • Ein Gefühl von Ekel. 
  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr 
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Ansteckung:

Ist Herpes ansteckend?

Ja, eine Herpes-Simplex-Infektion ist eine hochansteckende virale Infektion. Sie wird normalerweise durch direkten Kontakt mit den Bläscheninhalt, beispielsweise durch Küssen oder ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Zusätzlich kann Herpes in Form einer Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen werden. Dies geschieht vor allem durch Husten, Niesen oder die gemeinsame Benutzung von Alltagsgegenständen. Eine Herpes-Simplex-Infektion ist so lange ansteckend, bis alle Bläschen abgeheilt sind. 

Komplikationen:

Ist Herpes gefährlich?

In den meisten Fällen ist eine Herpes-Simplex-Infektion nicht gefährlich. Sie verursacht jedoch unangenehme, aber meist harmlose Symptome, wie die Ausbildung von mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, begleitet von Juckreiz, Brennen oder einem Kribbeln. Diese Symptome können zwar das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen, aber sie heilen normalerweise von selbst ab oder können mit antiviralen Medikamenten (gegen Viren wirkend) behandelt werden. In seltenen Fällen kann es allerdings bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem, wie z. B. bei Neugeborenen, älteren Menschen oder Personen mit schweren Erkrankungen (z. B. HIV/Aids), zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. Hierzu gehören unter anderem eine Ausbreitung der Infektion auf andere Organe wie beispielsweise der Leber (Hepatitis), dem Gehirn (Meningitis) oder der Lunge. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ein Neugeborenes mit einem Herpes-Simplex infiziert wird, da dies lebensbedrohlich sein kann. Zusätzlich kann eine Herpes-Simplex-Infektion auch mit einer hohen psychischen Belastung einhergehen, da es für das Selbstwertgefühl der Patienten extrem belastend sein kann. 

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Therapie:

Was kann man gegen Herpes tun?

Ziel der Therapie ist es, einen schweren Verlauf der Erkrankung zu vermeiden. Wichtig ist, dass das Virus ein Leben lang im Körper verbleibt und daher nicht heilbar ist. Es kann immer wieder zu einem erneuten Ausbruch kommen. Die Behandlung erfolgt ausschließlich zur Linderung der Symptome. Eine Herpes-Simplex-Infektion wird in der Regel mit Virostatika behandelt. Hierbei handelt es sich um Medikamente, die das Wachstum von Viren hemmen. Medikament erster Wahl ist hier Aciclovir. Je nach Schweregrad der Erkrankung werden hier unterschiedliche Dosierungen verwendet. Die Behandlung kann sowohl mit virushemmenden Cremes und Salben (Lippenherpes) oder bei schweren Verläufen und vor allem bei Genitalherpes in Tablettenform erfolgen. Eine unterstützende Maßnahme zur Linderung der Symptome ist außerdem die Verwendung von Zinksalbe. Während der Behandlung sollte auf direkten Kontakt mit infizierten Personen verzichtet werden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Dazu gehören unter anderem Küssen oder auch Geschlechtsverkehr. 

Wirkstoffe:

Was hilft gegen Herpes?

  • Aciclovir 
  • Famciclovir 
  • Foscarnet 
  • Penciclovir 
  • Valaciclovir

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Über den Autor
Dr. med. Sebastian Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, einer der Gründer der digitalen Hautarzt-App DERMAFY und Spezialist für Hautkrebserkrankungen.
Quellangaben

Altmeyer, P.: Herpes-simplex-Virus-Infektionen (15.06.2023), Abgerufen am 04.11.2023 auf  www.altmeyers.org

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Über den Autor
Dr. med. Sebastian Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, einer der Gründer der digitalen Hautarzt-App DERMAFY und Spezialist für Hautkrebserkrankungen.
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