Dellwarzen

Molluscum contagiosum

ICD-Code: B08.1

Definition:

Was ist eine Dellwarze?

Auch: Dellwarze, Dellwarzen, Epithelioma contagiosum, Epithelioma molluscum, Mollusca contagiosa, Molluscum-Infektionen, Schwimmbadwarzen

Molluscum contagiosum oder auch Dellwarzen genannt, sind kleine, meistens in Gruppen auftretende weißliche bis hellrosane Knötchen mit einer wachsartigen, zentral gedellten Struktur. Wird die Warze eingedrückt, tritt eine hochinfektiöse Flüssigkeit aus und die Erkrankung kann sich weiter ausbreiten. Normalerweise verschwinden Dellwarzen innerhalb weniger Monate von selbst, können aber auch einfach entfernt werden. In der Regel sind vor allem Kinder und immungeschwächte Personen betroffen.

Dellwarzen: Das wichtigste im Überblick

  • Befinden sich vor allem an Armen und dem Oberkörper.
  • Sind hochinfektiös, insbesondere wenn sie aufgekratzt werden und die enthaltene Flüssigkeit austritt.
  • Verschwinden oft innerhalb weniger Monate von selbst.
  • Verursachen keine Beschwerden, können unter Umständen Juckreiz auslösen.
  • Treten besonders häufig bei Immungeschwächten und Kindern auf.

Symptome:

Wie sieht eine Dellwarze aus?

In der Regel erkennt man Dellwarzen an ihrer wachsartigen, zentral gedellten Struktur. Dellwarzen zeigen sich als 0,1-0,4 cm, meist breite weißliche, gelbliche bis hin zu blassrosa Knötchen, die normalerweise in Grüppchen von bis zu mehr als 20 Dellwarzen auftreten. Sie finden sich häufig auf ein Körperareal begrenzt vor. Diese sind vor allem am Oberkörper, den Oberarmen und in den Achseln. Am häufigsten finden sich Dellwarzen in Kombination von Armen und Oberkörper. Nur selten befinden sie sich auch im Gesicht oder in der Genitalregion. Wird eine Dellwarze in der Mitte eingedrückt, wird eine weißliche, fettige Flüssigkeit freigesetzt, die hochinfektiös ist und sich so auf andere Körperareale ausbreiten kann. Oftmals sind Dellwarzen mit einem erhöhten Juckreiz verbunden, was sie gerade für Kinder sehr unangenehm macht.

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Ursachen:

Wie bekommt man eine Dellwarze?

Dellwarzen werden durch eine Ansteckung mit dem Molluscum Contagiosum Virus übertragen. Die Übertragung findet von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt, hauptsächlich durch kleine Verletzungen in der obersten Hautschicht (Epidermis) statt, sodass die Viren ungehindert eindringen und sich so vermehren können. Es kommt zur Entstehung der typischen Warzenform. Weiterhin können sie auch über Kleidung, Handtücher oder über Sexualkontakt übertragen werden, also in Form einer Schmierinfektion. Wird die Warze aufgekratzt, kann sich die hochinfektiöse Flüssigkeit auf andere Körperareale ausbreiten und übertragen werden. Patienten, die bereits an einer Erkrankung mit gestörter Hautbarriere leiden, haben ein vielfach höheres Risiko sich mit Dellwarzen zu infizieren, da es in diesem Fall besonders einfach ist für die Viren in die oberste Hautschicht (Epidermis) einzudringen. Dazu gehören vor allem Patienten, die an Neurodermitis (Atopische Dermatitis) oder an der Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) leiden. Ebenso haben immungeschwächte Patienten, beispielsweise durch bestimmte Medikamente, Krebserkrankungen oder HIV Infektion, einen deutlich intensiveren Verlauf der Erkrankung mit einer gesteigerten Anzahl an Warzen.

 

Ansteckung

Sind Dellwarzen ansteckend?

Ja, Dellwarzen sind sehr ansteckend. Sie werden durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Die Übertragung erfolgt typischerweise durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder durch eine Schmierinfektion, beispielsweise durch das gemeinsame Benutzen von Handtüchern.

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Diagnose:

Wie erkennt man eine Dellwarze?

Dellwarzen lassen sich in der Regel aufgrund ihres typischen Aussehens und der Bildung multipler weißlich gelber Knötchen mit ihrer zentral gedellten Struktur schnell diagnostizieren. Normalerweise reicht hier bereits eine Blickdiagnose aus. Zusätzlich wird Ihr Arzt mit Ihnen ihre aktuelle Krankengeschichte (Anamnese) besprechen und sie körperlich untersuchen. Außerdem kann Ihr Arzt eine Gewebeprobe der Dellwarzen entnehmen, um die Diagnose mithilfe einer histologischen Untersuchung bestätigen zu lassen.

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Komplikationen:

Ist eine Dellwarze gefährlich?

Normalerweise sind Dellwarzen gut zu behandeln. Es kann aber unter Umständen passieren, dass Bakterien die erkrankten Hautstellen, sprich die Warzen, befallen, was zu einer bakteriellen Superinfektion führen könnte. Dadurch müsste zusätzlich noch eine antibakterielle Therapie eingeleitet werden. Zudem könnte die Infektion sich zusätzlich weiter ausbreiten und neue Dellwarzen entstehen.

 

Therapie:

Was kann man gegen Dellwarzen tun?

Im Allgemeinen müssen Dellwarzen nicht behandelt werden, da sie harmlos sind und oftmals von selbst nach einigen Monaten wieder verschwinden. Wird allerdings trotzdem eine Therapie eingeleitet, geschieht dies in der Regel bei einem besonders stark ausgeprägten Befall und aus ästhetischen Gründen. Dellwarzen lassen sich normalerweise einfach und schnell entfernen. Die kleinen Knötchen werden mithilfe spezieller Instrumente, einem sogenannten scharfen Löffel, abgetragen. Alternativ können die Dellwarzen auch mit flüssigem Stickstoff vereist werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Anwendung einer Lösung mit Kaliumhydroxid, um die Warzen zu entfernen. Ebenfalls gute Erfolge verspricht eine Behandlung mit Laser. Wichtig ist, dass Dellwarzen immer nur unter Rücksprache mit dem Arzt behandelt werden sollten und auf keinen Fall selbst ausgedrückt oder behandelt werden, da das Risiko einer weiteren Infektion und Übertragung auf andere Menschen zu groß ist.

Dr. Sandra Fleckenstein

Autor

Verfasst von Dr. med. Sandra Fleckenstein

Dr. med. Sandra Fleckenstein ist Fachärztin für Kinder - und Jugendmedizin und unsere Spezialistin für Kinderhauterkrankungen.

Quellangaben
  • Altmeyer, P.: Molluscum contagiosum (17.12.2022) | Abgerufen am 15.04.2023 auf www.altmeyers.org
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