Handekzem

(Handdermatitis)

ICD-Code: L30.91

Definition:

Was ist ein Handekzem?

Auch: Handdermatitis

Das Handekzem ist eine nicht ansteckende Entzündung an den Händen. Es kann akut oder subakut sein, häufig hat es jedoch auch einen chronischen Verlauf (Symptome treten länger als 3 Monate auf). Die häufigste Ursache für Handekzeme sind die Überanspruchung durch eine besondere, meist berufliche Tätigkeit. 

Überblick: 5 FAKTEN ÜBER das Handekzem

  1. Die Handdermatitis ist eine chronische Hauterkrankung, die durch Reizstoffe oder Allergene ausgelöst werden kann.
  2. Sie äußert sich durch trockene, juckende, schuppige und rötliche Haut an den Händen.
  3. Die Ursachen für Handekzeme sind vielfältig und können unter anderem bestimmte Arbeitsstoffe, Kosmetika, Reinigungsmittel oder Pflanzenpollen sein.
  4. Ein Handekzem kann sich auf verschiedene Weise entwickeln, zum Beispiel als atopisches Ekzem, Kontaktekzem oder als Mischform.
  5. Handekzem kann auch psychische Folgen haben, da es die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken kann.

Symptome:

Wie sieht ein Handekzem aus?

Typische Symptome für das Handekzem sind starke Trockenheit, Schuppung, Schwellung, Rötung, Bläschenbildung, Nässen und sogar die Bildung von schmerzhaften Rissen („Rhagaden“) an den Händen. Oft sind die Ekzeme auch mit starkem Juckreiz verbunden.

Ursache:

Wie ensteht das Handekzem?

Die Ursachen für ein Handekzem lassen sich in drei Kategorien einteilen:

  • Kontaktekzem / Allergisches Ekzem: Durch Kontakt mit Substanzen, auf die man allergisch reagiert
  • Kumulativsubtoxisches Handekzem: Irritation durch langfristige Überbeanspruchung der Haut, häufig berufsbedingt durch eine hautbelastende Tätigkeit
  • Atopisches Handekzem: Auslösung durch eine Veranlagung zu Allergien wie beispielsweise Neurodermitis. Diese Allergien können wiederum durch Stress, Infekte, Medikamente, Kälte sowie insbesondere Rauchen verschlimmert bzw. ausgelöst werden.

Bei einem Teil der Handekzeme kann man keine eindeutige Ursache finden. Handekzem-ähnliche Bilder können auch durch die Schuppenflechte, Hautpilze oder andere Hauterkrankungen verursacht werden. 

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Therapie:

Schnelle Hilfe gegen Handekzeme im Alltag

Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, die auslösenden oder verschlimmernden Substanzen & Tätigkeiten zu erkennen und diese zu vermeiden oder zu mindestens auf das Nötigste zu reduzieren. 

Handpflege

  • Waschen Sie Ihre Hände seltener (maximal 3 – 5 x täglich). Verwenden Sie Wasser, bei Bedarf seifenfreie und duftstofffreie Flüssigsyndets. Die Hände dabei nur mit lauwarmen, nicht mit heißem Wasser waschen. Anschließend die Hände gut abtrocknen, insbesondere auch die Fingerzwischenräume.  Übrigens: Handdesinfektionsmittel ist häufig verträglicher als Seife.
  • Führen Sie nach jedem Händewaschen und auch mehrmals zusätzlich am Tag Hautpflege mit einer pflegenden Handcreme durch.
  • Wenn Sie Ringe tragen, sollten Sie diese vor dem Händewaschen unbedingt ablegen. Generell ist es ratsam, auf das Tragen von Ringen zu verzichten. Die Innenseite der Ringe sollte häufiger mit warmem Wasser und einer Bürste gereinigt werden.

Haare waschen

  • Verwenden Sie beim Haare waschen Plastikhandschuhe oder sehr sanfte Haarwaschmittel.
  • Berühren Sie Haarlotionen, Haarcremes oder Haarfärbemittel nicht mit bloßen Händen.

Tätigkeiten mit der Hand

  • Hausarbeiten sollten soweit möglich mit Handschuhen erledigt werden.
  • Schälen, schneiden oder pressen Sie Apfelsinen, Zitronen, Pampelmusen, Tomaten, Spargel, Rhabarber und frische Kartoffeln nicht mit bloßen Händen
  • Vermeiden Sie so weit wie möglich Kontakt mit Seifen, Detergentien, Waschpasten und anderen starken Reinigungs- und Haushaltsmitteln. Waschen Sie Wäsche in der Waschmaschine und Geschirr nicht mit der Hand, notfalls ausschließlich mit Handschuhen. 
  • Zum Spülen und Waschen möglichst Plastik- und keine Gummihandschuhe benutzen, da letztere nicht selten Kontaktekzeme auslösen können. Die Handschuhe sollten nie länger als 20 Minuten getragen werden. Empfehlenswert ist es, unter den Plastikhandschuhen Baumwollhandschuhe  zu tragen (können gewaschen und gewechselt werden), damit die Hände nicht schwitzen. 
  • Achten Sie sorgfältig darauf, dass keine Lösungsmittel wie Alkohol, Benzin, Trichlorethylen, Aceton, Terpentin oder Stoffe wie Reinigungsmittel, Polituren, Schuhcreme, Putzmittel etc. auf Ihre Hand gelangen.
  • Bei Gartenarbeit immer Handschuhe tragen.
  • Schützen Sie Ihre Hände mit Handschuhen vor Kälte.

Hinweis: Ihre Haut hat während des Ekzems, aber auch in der Heilungsphase über Monate eine geringe Widerstandskraft.
Beachten Sie die oben genannten Punkte für ein halbes Jahr nach Abheilung besonders sorgfältig.

 

Ärztliche Behandlung

Für eine ärztliche Behandlung ist es wichtig, die Ursachen für das Ekzem festzustellen. Danach richten sich die weiteren Therapieschritte. Häufig sind über wenige Wochen kortisonhaltige Cremes oder Salben notwendig, um die Haut zunächst wieder zu beruhigen. Anschließend wird auf andere, pflegende und schützende Cremes oder Salben übergegangen. In schweren Fällen ist die Einnahme von Tabletten notwendig. 

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Dr. Sebastian Pfeifer

Autor

Verfasst von Dr. Sebastian Pfeifer

Dr. Sebastian Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, Gründer der Online Hautarztapp DERMAFY und Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen. 

 

Quellangaben

Altmeyer, P : Atopische Handdermatitis (27.11.2019); 
Abgerufen am 16.11.2022 von www.altmeyers.org



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