Atherom

Grützbeutel

ICD-Code: L72.0

Definition:

Was ist ein Atherom?

Auch: Grützbeutel; Epidermalzyste; epidermale Zyste; Epidermiszyste; epidermoidale Hornszyste

Ein Atherom, auch Epidermalzyste oder umgangssprachlich Grützbeutel genannt, ist eine gutartige Hautveränderung, die durch eine Verstopfung oder Blockade der Haarfollikel und/oder Talgdrüsen entsteht. Ein Atherom zeigt sich durch eine unter der Haut gelegenen Beule (Zyste). Epidermalzysten entstehen häufig im Zusammenhang mit Akne-Erkrankungen und befinden sich normalerweise im Gesicht, am Kopf, am Rücken, dem Rumpf oder den Armen. Die Behandlung erfolgt durch eine chirurgische Entfernung

Eure häufigsten Fragen:

  • Warum bekommt man Atherome?
  • Wie gefährlich ist ein Atherom?
  • Sollte man ein Atherom entfernen?
  • Was passiert, wenn man ein Atherom nicht entfernt?

Symptome:

Wie sieht ein Atherom aus?

Typisch für das Atherom sind 0,2-5 cm große hautfarbene Tumore (Zysten), die entweder einzeln oder in Gruppen auftreten. Eine Zyste ist ein von einer Kapsel umgebener Hohlraum. Atherome weisen in der Regel keine Pigmentierungen auf und lassen sich scharf von der gesunden Haut abgrenzen. Die Oberfläche ist normalerweise elastisch und zeigt eine zentrale Öffnung. Wird ein Atherom zwischen den Fingern seitlich gefasst, lässt sie sich gegenüber der Haut gut verschieben. Atherome treten vor allem im Gesicht, am Rumpf oder den Armen auf. Ist ein Atherom besonders groß oder entzündet, kann es zusätzlich Schmerzen oder ein Druckgefühl verursachen. Außerdem kann die Epidermalzyste im Laufe der Zeit an Größe zunehmen und eine spürbare Beule unter der Haut verursachen. 

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Ursachen:

Wie entsteht ein Atherom?

Die Ursache, warum ein Atherom entsteht, liegt in einer Verstopfung bzw. Blockade der Haarfollikel und/oder Talgdrüsen, die sich in der Haut befinden. Dies führt dazu, dass sich Talg und Keratin ansammeln und nicht normal abfließen können. Daraus resultierend bildet sich eine sogenannte Epidermalzyste (Atherom), gefüllt mit Keratin und Talg. Die genauen Ursachen, wie es zu der Verstopfung kommt, können variieren. Folgende Risikofaktoren können allerdings zur Bildung von Atheromen beitragen: 

  • Hautverletzungen oder Reizungen (Trauma)
  • Erhöhte Produktion der Talgdrüsen
  • Genetische Veranlagung
  • Hormonelle Veränderungen (Pubertät)
  • Chronische Hauterkrankungen: Akne (Acne vulgaris, Acne conglobata)
  • Stress
  • Rauchen & Alkohol

 

Prävention:

Wie kann die Entstehung eines Atheroms verhindert werden?

Die Vorbeugung von Atheromen (Grützbeuteln) ist schwierig, da sie oft auf genetische Faktoren zurückzuführen sind. Es gibt jedoch einige Faktoren, die man zur Verhinderung beachten kann:

  • Für den Hauttyp geeignete Hutpflege verwenden
  • Gesunde Ernährung
  • Allgemeine Hygiene 
  • Auf eng sitzende Kleidung an den betroffenen Stellen verzichten

 

Ansteckung

Ist ein Atherom ansteckend?

Nein, ein Atherom ist nicht ansteckend. Es handelt sich um keine Infektionskrankheit und kann auch nicht durch Kontakt mit einer erkrankten Person übertragen werden. Es handelt sich lediglich um eine gutartige Hautveränderung, die durch eine Ansammlung von Talg oder Keratin in einem Haarfollikel entsteht. Sie ist normalerweise vollkommen harmlos. 

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Diagnose:

Wie erkennt ein Hautarzt ein Atherom?

Bei Verdacht auf ein Atherom wird Dein behandelnder Arzt Dich gründlich körperlich untersuchen und Deine bisherige Krankengeschichte samt aktueller Symptome aufnehmen. In der Regel ist die Epidermalzyste aufgrund ihrer typischen Farbe durch eine einfache Blickdiagnose, beispielsweise über unsere App DERMAFY, schnell zu diagnostizieren. Zusätzlich wird Dein Arzt eine Hautuntersuchung mit einem Dermatoskop (eine spezielle Lupe mit Licht) vornehmen, um die Struktur der Epidermalzyste besser erkennen zu können. Bestehen trotz dessen noch Zweifel, oder Unklarheiten, kann eine Biopsie, das heißt eine Gewebeprobe, genommen werden, um andere Hauterkrankungen auszuschließen. Diese erfolgt schmerzlos durch eine lokale Betäubung. 

Unsere Fachärzt:innen sind darauf spezialisiert, Atherome und jede andere Hauterkrankung per Online-Diagnose über unsere Online-Hautarztpraxis DERMAFY zu diagnostizieren. Dort erhältst Du 24/7 in nur wenigen Stunden eine kompetente Diagnose inklusive Therapieplan & Privatrezept direkt zu Dir nach Hause. 

 

Komplikationen:

Ist Atherom gefährlich? Muss man ein Atherom entfernen?

Ein Atherom ist normalerweise eine ungefährliche Hautveränderung und verursacht keine Komplikationen. Es besteht nur in sehr seltenen Fällen das Risiko einer bösartigen Veränderung, wie z. B. Hautkrebs. Die Entfernung erfolgt in der Regel ebenfalls komplikationslos. In den ersten Tagen nach der Entfernung kann es unter Umständen zu leichten Schwellungen und Blutergüssen kommen. Wird allerdings versucht, eine Epidermalzyste eigenständig zu entfernen, kann es mitunter zur Entstehung einer Entzündung oder eines Abszesses kommen. Dies gilt besonders für Akne-Patienten. 

 

Was passiert, wenn man ein Atherom nicht entfernt?

Wenn ein Atherom nicht entfernt wird, hängt der Verlauf meist von seiner Größe und dem Zustand ab. Ein Atherom ist in der Regel gutartig und ungefährlich. Es ist weder bösartig noch ansteckend. In den meisten Fällen, wenn das Atherom klein ist und nicht stört, ist keine Behandlung notwendig. Bei Beschwerden oder kosmetischen Gründen kann es chirurgisch entfernt werden.

Ein Atherom kann sich unter Umständen jedoch durch eindringende Bakterien entzünden, was allerdings in seltenen Fällen geschieht. Eine Entzündung des Atheroms ist durch eine gerötete Schwellung und ggfs. Schmerzen leicht erkennbar. Wird die Entzündung stärker und sammelt sich Eiter an, kann sich daraus ein Abszess bilden. Wird dieser nicht behandelt und breitet sich die Infektion weiter im Körper aus, kann es im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. 

 

Therapie:

Wie wird ein Atherom behandelt?

Die Behandlung eines Atheroms ist – wie weiter oben erwähnt – nicht immer notwendig, da es sich um eine gutartige Hautveränderung handelt. Sie kann aber, wenn gewünscht, aus ästhetischen Gründen sowie bei wiederholten Infektionen und Schmerzen durchgeführt werden. Dies kann besonders gut durch eine lokale Exzision, also der chirurgischen Entfernung, durchgeführt werden. Hierbei wird der Bereich um die Epidermalzyste betäubt und anschließend im Ganzen herausgeschnitten bzw. chirurgisch entfernt. Besonders wichtig ist vor allem, dass die Zyste im Ganzen entfernt wird, ohne die umgebende Kapsel zu öffnen. Ein weiteres Therapieverfahren ist unter anderem die Laserbehandlung

Dr. Sebastian Pfeifer

Autor

Verfasst von Dr. med. Sebastian Pfeifer

Dr. med. Sebastian Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, Gründer der Online Hautarztapp DERMAFY und Spezialist für Hautkrebserkrankungen.

Quellangaben
  • Altmeyer, P.: Epidermalzyste (04.01.2022) 

    Abgerufen am 25.10.2023 auf www.altmeyers.org

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