Lippenherpes

Herpes simplex labialis

ICD-Code: B00.1

Definition:

Was ist Lippenherpes?

Auch: Herpesinfektion der Lippen, Lippenherpes, Fieberbläschen oder Labialer Herpes

Lippenherpes ist den meisten Menschen vor allem anhand der schmerzenden Bläschen auf den Lippen bekannt. Der Herpes an den Lippen wird in der Regel durch das Herpes-Simplex-Virus Typ 1 (HSV Typ 1) verursacht. Er wird vorwiegend durch den direkten Kontakt oder seltener auch durch Tröpfcheninfektion übertragen. Bis zu 90 % der Bevölkerung sind bereits mit den Herpes-Viren in Kontakt gekommen und infiziert. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Virus zwingend bei jeder Person ausbrechen muss. Personen, deren körpereigenes Immunsystem vorübergehend oder dauerhaft geschwächt ist, sind anfälliger für das Ausbrechen einer Infektion. 

Abzugrenzen ist der Lippenherpes vom Herpes-Simplex-Virus Typ 2. Dieser betrifft die Geschlechtsteile und verursacht den sogenannten Genitalherpes (Herpes simplex genitalis). 

Überblick: 5 FAKTEN ÜBER Lippenherpes

  1. Lippenherpes ist eine Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus (HSV). 
  2. Die Infektion wird hauptsächlich durch direkten Hautkontakt übertragen.
  3. Lippenherpes kann von Person zu Person übertragen werden, auch wenn keine Symptome vorliegen.
  4. Lippenherpes kann mit antiviralen Medikamenten, meist Cremes und Salben, behandelt werden.
  5. Eine regelmäßige Handhygiene und das Vermeiden von direktem Hautkontakt mit infizierten Personen kann dazu beitragen, die Übertragung von Lippenherpes zu verhindern.

Ursache:

Warum bekommt man Lippenherpes?

Da die Haut an der Lippe besonders dünn und empfindlich ist, haben es dort Viren besonders einfach einzudringen. Die Übertragung dieser Viren erfolgt häufig durch direkten Kontakt, beispielsweise durch Berühren infizierter Bläschen beim Küssen oder Geschlechtsverkehr oder auch indirekt, etwa durch das Teilen von Besteck oder Gläsern. Die Übertragung des Herpes-Virus auf andere Personen erfolgt, solange die Bläschen vorhanden und erkennbar sind, da sich die Viren in der Blasenflüssigkeit befinden.

Die Herpesviren können nach der Erstinfektion über Jahre im Körper inaktiv bleiben. Nach einer langen Ruhephase können die Viren entlang der Nervenbahnen zur Hautoberfläche gelangen und dort erneut Bläschen ausbilden. Dieser Prozess zwischen der ersten Infektion und der späteren Reaktivierung kann sich über viele Jahre erstrecken. Die Reaktivierung der Viren geschieht typischerweise bei einer Schwächung des Immunsystems durch folgende Faktoren:

  • Infektionskrankheit
  • Fieber (daher der Name Fieberbläschen)
  • Sonneneinstrahlung 
  • Intensiver Stress
  • Starker Ekel 
  • Hormonelle Umstellungen 
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Symptome:

Wie erkennt man Lippenherpes?

Ein typischer Verlauf eines Ausbruchs kann mit einem leichten Jucken oder Kribbeln an der Lippe beginnen, worauf die Rötung und Bläschenbildung folgt. Schwellung, erhöhte Empfindlichkeit oder leichtes Brennen folgen und die Bläschen füllen sich mit klarer Flüssigkeit, die nach Tagen aufplatzen können und dadurch eine kleine Wunde verursachen. Nach einer gelblichen Krustenbildung erfolgt die Abheilung in ca. 8–10 Tagen. Die Bläschen können allerdings auch am Naseneingang, an den Wangen oder auch im Augenbereich erscheinen. Bei vielen Betroffenen geht die Infektion oft auch mit Abgeschlagenheit oder einem Krankheitsgefühl einher. Bei Unklarheiten kann der Bläscheninhalt durch einen Abstrich der Haut/Schleimhaut untersucht werden.

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Ansteckung:

Ist Lippenherpes ansteckend?

Ja, Lippenherpes ist ansteckend und wird durch das Herpes-Simplex-Virus übertragen. Die Ansteckung erfolgt meist durch direkten Kontakt wie Küssen oder durch den gemeinsamen Gebrauch von Gegenständen wie Handtüchern oder Rasierern, die mit infiziertem Sekret in Berührung gekommen sind.

 

Wie lange ist Lippenherpes ansteckend?

Lippenherpes ist so lange ansteckend, wie sichtbare Bläschen oder Geschwüre vorhanden sind. Diese Phase dauert in der Regel etwa zwei Wochen. Die Ansteckungsgefahr ist besonders hoch, solange die Bläschen offen sind und Flüssigkeit absondern. Sobald die Bläschen vollständig abgeheilt und verkrustet sind, sinkt das Risiko einer Ansteckung deutlich.

 

Therapie:

Was hilft schnell bei Lippenherpes?

Den größten Therapieerfolg erzielt man häufig durch sofortige Maßnahmen bei den ersten Anzeichen (z. B. Kribbeln der Lippe) eines Herpes-Ausbruchs. Bei frühzeitiger Anwendung virenhemmender Cremes, Pflaster oder Gele (Virustatika), beispielsweise mit dem Wirkstoff Aciclovir oder Penciclovir, kann der Ausbruch und die infektiöse Bläschenbildung verhindert werden. Die Therapie dieser Wirkstoffe durch Einnahme von Tabletten ist nur notwendig, wenn das Virus einen schweren Verlauf annimmt.

 

Wirkstoffe:

Was hilft sofort bei Lippenherpes?

Dr. Sebastian Pfeifer

Autor

Verfasst von Dr. med. Sebastian Pfeifer

Dr. med. Sebastian Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, Gründer der Online Hautarztapp DERMAFY und Spezialist für Hautkrebserkrankungen.

Quellangaben
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