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Knötchenflechte

Auch bekannt als: Lichen ruber planus, Klassischer Lichen ruber; Knötchenflechte; Lichen planus klassischer Typ

ICD-Code: L43.-
Knötchenflechte am Bein
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Definition:

Was ist die Knötchenflechte?

Bei der Knötchenflechte oder auch Lichen ruber planus handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die sich durch das Auftreten von rötlich/braunen Papeln und Knötchen auf der Haut oder den Schleimhäuten zeigt. Oftmals begleitet von starkem Juckreiz. Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass eine Autoimmunreaktion verantwortlich ist. Die Behandlung zielt darauf ab, Symptome zu lindern und ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden. 

Im folgenden Artikel erklären Dir unsere Fachärzt:innen, welche typischen Symptome bei dieser Erkrankung auftauchen, welche Ursachen sie hat und welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt.

Symptome:

Wie sieht die Knötchenflechte aus?

Typisch für die Knötchenflechte sind erhabene, flache Papeln und Knötchen, die rötlich oder bräunlich gefärbt und oft glänzend sind. Sie lassen sich scharf von der gesunden Haut abgrenzen und können sich auf dem Körper ausbreiten und starken Juckreiz verursachen. Besonders häufig sind die Unterarme, Beugeseiten der Handgelenke, der Hals oder die Fußgelenke betroffen. In einigen Fällen treten sie in bestimmten Mustern auf. Weiterhin können die betroffenen Körperstellen sehr schmerzhaft sein, insbesondere wenn sie sich die Knötchen und Papeln an den Schleimhäuten wie im Mund (oraler Lichen planus) oder an den Genitalien befinden.  Auch die Nägel können betroffen sein, was sich durch Veränderungen wie Rillen oder Verfärbungen zeigt. Ist die Knötchenflechte sehr stark ausgeprägt und es kommt zu schweren Entzündungen, können sich aus den Knötchen im weiteren Verlauf auch weiße Blasen entwickeln. Hierbei spricht man auch vom vesikobullösen Lichen planus.  

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Diagnose:

Wie erkennt man die Knötchenflechte?

Die Knötchenflechte lässt sich normalerweise an ihren charakteristischen Hautveränderungen, den vielen juckenden rötlich/braunen Knötchen, als Blickdiagnose diagnostizieren. Trotzdem wird dein Arzt dich zuvor ausführlich körperlich untersuchen, um den Schweregrad der Erkrankung einschätzen zu können und mit dir deine bisherige Krankengeschichte (Anamnese) besprechen. Um die Diagnose zu bestätigen oder andere Erkrankungen auszuschließen, kann der Arzt eine Hautbiopsie durchführen. Dabei wird eine kleine Gewebeprobe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht, so lassen sich die spezifischen Merkmale der Knötchenflechte genauer identifizieren und die Diagnose kann bestätigt werden. 

Beispielbilder:

So sieht ein Abszess aus

Ursachen:

Wie entsteht die Knötchenflechte?

Die genaue Ursache, wieso es zur Knötchenflechte kommt, ist bis heute nicht vollständig wissenschaftlich geklärt, aber es wird vermutet, dass es sich um eine komplexe Reaktion des Immunsystems handelt, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe, in diesem Fall die Haut und auch die Schleimhäute, angreift und zu den typischen Symptomen der Erkrankung führt. Man spricht hier auch von einer Autoimmunerkrankung. Folgende Faktoren könnten mögliche Ursachen für die Auslösung einer Immunreaktion sein: 

  • Stress 
  • genetische Veranlagung 
  • Infektionen/Viruserkrankungen (Hepatitis B und C) 
  • Medikamente (Nivolumab) 
  • Diabetes mellitus 
  • Allergien 
  • Rheuma 
  • Trauma oder Verletzungen der Haut
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Ansteckung:

Ist die Knötchenflechte ansteckend?

Nein, die Knötchenflechte ist nicht ansteckend. Sie wird weder durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren noch durch andere Krankheitserreger verursacht. Es handelt sich um eine entzündliche Autoimmunerkrankung der Haut und Schleimhäute, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. 

Komplikationen:

Ist die Knötchenflechte gefährlich?

Grundsätzlich handelt es sich bei der Knötchenflechte um eine harmlose und nicht lebensbedrohliche Erkrankung. Besteht die Knötchenflechte allerdings über einen längeren Zeitraum und es kommt zur Ausbildung einer chronischen Form der Knötchenflechte, besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich aus der Erkrankung ein sogenanntes Plattenepithelkarzinom (heller Hautkrebs) entwickeln kann. Daher sollte die Knötchenflechte immer dermatologisch untersucht und ggf. behandelt werden. 

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Dr. Frederic Pfeifer

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Dr. med. Frederic Pfeifer
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Therapie:

Was kann man gegen die Knötchenflechte tun?

Im Allgemeinen zielt die Therapie der Knötchenflechte darauf ab, Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, da die Knötchenflechte nicht geheilt werden kann. Die Behandlungsmethode ist abhängig von der Schwere der Erkrankung sowie den betroffenen Körperstellen. Häufig werden topische Mittel wie Cremes oder Salben mit entzündungshemmenden Wirkstoffen wie Kortikosteroiden verwendet. Falls diese nicht ausreichend sind, kann eine zusätzliche Phototherapie mit UV-Licht in Erwägung gezogen werden. In schwereren Fällen können systemische Medikamente (in Tablettenform) eingenommen werden. Dazu zählen Kortikosteroide, Immunsuppressiva oder Retinoide. Sie helfen, die Entzündung zu kontrollieren und ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden. Für Läsionen im Mund können spezielle Mundspülungen oder Gele verwendet werden. Diese helfen ebenfalls Infektionen vorzubeugen. Außerdem können sogenannte Antihistaminika gegen Juckreiz angewendet werden. Häufig bildet sich die Knötchenflechte innerhalb eines Jahres selbständig zurück, daher ist eine Therapie sehr individuell. Patienten sollten beim Auftreten der oben beschriebenen Symptome aber immer einen Dermatologen aufsuchen und Rücksprache halten. 

Wirkstoffe:

Was hilft gegen die Knötchenflechte?

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Über den Autor
Dr. med. Frederic Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, einer der Gründer der digitalen Hautarzt-App DERMAFY und Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen.
Quellangaben

Altmeyer, P.: Lichen planus klassischer Typ (03.08.2023), abgerufen am 24.11.2023 auf www.altmeyers.org

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