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Starkes Schwitzen: Was hilft gegen eine Hyperhidrose?

Veröffentlicht: 26.05.2024
Hyperhidrose

Starkes Schwitzen, auch bekannt als Hyperhidrose, ist ein Problem, das viele Menschen betrifft. Wenn Du darunter leidest, bist Du nicht allein. Die Hyperhidrose kann sehr belastend sein und das tägliche Leben stark beeinträchtigen. Die wichtigsten Merkmale dieser Erkrankung sind übermäßiges Schwitzen ohne erkennbaren Grund, oft an bestimmten Körperstellen wie den Achseln, Händen, Füßen oder im Gesicht.

Im folgenden Blogbeitrag erklärt Dir unser Ärzteteam, welche Möglichkeiten es gibt übermäßiges Schwitzen zu behandeln. 

Was ist eine Hyperhidrose?

Eine Hyperhidrose ist eine Erkrankung, bei der Dein Körper mehr Schweiß produziert als nötig ist. Es gibt zwei Arten: die primäre und die sekundäre Hyperhidrose. Die primäre Form ist oft genetisch bedingt und tritt meist an den Händen, Füßen, Achseln und im Gesicht auf. Die sekundäre Form wird durch andere Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Wechseljahre, neurologische Erkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst. 

Warum schwitzt man bei einer Hyperhidrose so stark?

Bei der Hyperhidrose sind die Schweißdrüsen überaktiv. Normalerweise reguliert dein Körper die Temperatur durch Schwitzen. Doch bei der Hyperhidrose schwitzt du, auch wenn es nicht nötig ist. Das kann durch Stress, Nervosität oder einfach so passieren. 

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Welche Typen der Hyperhidrose gibt es?

Generell wird die Hyperhidrose unterteilt in die Bereiche, an denen sie auftritt:

Primäre fokale Hyperhidrose
:

  • Axilläre Hyperhidrose: Übermäßiges Schwitzen unter den Achseln. 
  • Palmar Hyperhidrose: Übermäßiges Schwitzen der Hände. 
  • Plantar Hyperhidrose: Übermäßiges Schwitzen der Füße. 
  • Faziale Hyperhidrose: Übermäßiges Schwitzen im Gesicht und auf der Kopfhaut. 
  • Inguinale Hyperhidrose: Übermäßiges Schwitzen im Leisten- und Genitalbereich. 
 

Sekundäre generalisierte Hyperhidrose: 

  • Betrifft den gesamten Körper und ist oft das Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung oder Nebenwirkung von Medikamenten.

 

Zur Erklärung: Die primäre fokale Hyperhidrose beginnt meist in der Kindheit oder Jugend und ist oft genetisch bedingt. Die sekundäre Hyperhidrose kann in jedem Alter auftreten und erfordert eine gründliche medizinische Untersuchung, um die Ursache zu identifizieren und zu behandeln.  

Welche Form der Hyperhidrose kommt am häufigsten vor?

Die am häufigsten vorkommende Form der Hyperhidrose ist die primäre fokale Hyperhidrose. Diese betrifft meist spezifische Körperstellen und wird nicht durch eine andere Grunderkrankung verursacht. Innerhalb der primären fokalen Hyperhidrose ist die axilläre Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen unter den Achseln) am häufigsten verbreitet. 

Welcher Arzt behandelt die Hyperhidrose?

Wenn Du unter Hyperhidrose leidest oder den Verdacht hast, solltest Du einen Dermatologen aufsuchen. Dieser Facharzt für Hautkrankheiten ist spezialisiert auf die Diagnose und Behandlung von Hautproblemen, wie dem übermäßigen Schwitzen.

Tipps und Tricks gegen starkes Schwitzen

Es gibt verschiedene Methoden, um übermäßiges Schwitzen zu kontrollieren und Dir zu helfen. Grundsätzlich musst Du aber bedenken, dass die richtige Behandlung immer abhängig von der Stärke und Ausprägung Deines Befundes ist.  

  • Antitranspirant: Der einfachste Weg, das Schwitzen zu reduzieren, ist die Verwendung von Antitranspiranten. Diese Produkte enthalten Aluminiumchlorid, das die Schweißdrüsen verstopft und so das Schwitzen reduziert. Trage das Antitranspirant am besten abends auf die trockene Haut auf, damit es über Nacht einwirken kann. 
  • Kleidung aus natürlichen Materialien: Trage am besten Kleidung aus Baumwolle oder Leinen, um das Schwitzen zu verringern. Diese Materialien lassen Deine Haut atmen und verhindern, dass sich der Schweiß staut. 
  • Richtige Körperpflege: Regelmäßiges Duschen hilft, den Schweiß und die Bakterien, die unangenehmen Geruch verursachen, zu entfernen. Verwende ein mildes Duschgel und achte darauf, Deine Haut danach gut abzutrocknen. 
  • Ernährung anpassen: Vermeide scharfe Speisen, Koffein und Alkohol, da sie das Schwitzen verstärken können. Trinke ausreichend Wasser, um Deinen Körper zu kühlen und die Schweißproduktion zu regulieren. 

Welche medizinischen Behandlungen gibt es gegen Hyperhidrose?

Wenn die oben genannten Tipps nicht ausreichen oder Du unter einem ausgeprägten Befund leidest, gibt es auch medizinische Behandlungen, die Dir helfen können. Diese stellen wir Dir im Folgenden einzeln vor.

Botox-Injektionen:

Botox ist bekannt dafür, Falten zu glätten, aber es kann auch das Schwitzen reduzieren. Es blockiert die Nerven, die die Schweißdrüsen aktivieren, und reduziert so das Schwitzen. Botox wird besonders oft bei starkem Schwitzen unter den Achseln angewendet. Die Injektionen sind relativ schmerzfrei und schnell durchzuführen. Nach der Behandlung kann es zu leichten Rötungen und Schwellungen kommen, die jedoch schnell abklingen. Botox ist eine der effektivsten Methoden, um Hyperhidrose zu behandeln, und viele Patienten berichten von einer deutlichen Verbesserung ihrer Lebensqualität. 

Wie lange halten Botox-Injektionen bei Hyperhidrose?

Die Wirkung von Botox-Injektionen bei Hyperhidrose kann bei jedem unterschiedlich sein, aber in der Regel hält die Wirkung mehrere Monate an. Viele Patienten bemerken eine deutliche Verringerung des übermäßigen Schwitzens für etwa vier bis sechs Monate nach der Behandlung. Danach kann eine Auffrischung der Behandlung notwendig sein, um die Ergebnisse aufrechtzuerhalten. 

Wird die Hyperhidrose Behandlung von der Krankenkasse bezahlt?

Normalerweise decken gesetzliche Krankenkassen die Kosten nur in Fällen von ausgeprägter Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen) ab. Vor einer Behandlung solltest Du die Kostenerstattung jedoch mit Deiner Krankenkasse abklären. Privatkrankenkassen erstatten die Kosten in der Regel teilweise, je nach dem gewählten Versicherungstarif. 

Wie viel kosten Botox Injektionen bei Hyperhidrose?

Die Kosten für Botox-Injektionen zur Behandlung von Hyperhidrose können variieren, aber sie liegen in der Regel zwischen 300 und 600 Euro pro Sitzung. 

Iontophorese:

Die Iontophorese ist eine nicht-invasive Behandlungsmethode für die Hyperhidrose, bei der schwache elektrische Ströme verwendet werden, um die Schweißdrüsenaktivität zu reduzieren. Dabei werden die betroffenen Körperbereiche, wie Hände oder Füße, in Wasser getaucht, das durch Elektroden mit schwachem Strom durchströmt wird. Durch die elektrischen Ladungen wird die Schweißproduktion vorübergehend blockiert, was zu einer Verringerung des übermäßigen Schwitzens führt. Die Iontophorese-Behandlung wird in der Regel über mehrere Sitzungen hinweg durchgeführt, um langfristige Ergebnisse zu erzielen.  

Chirurgische Operation:

In schweren Fällen kann eine Operation helfen. Dabei werden die Nerven, die die Schweißdrüsen ansteuern, durchtrennt. Diese Methode wird meist bei starkem Schwitzen in den Achseln angewendet und ist oft sehr effektiv. Allerdings solltest Du Dir diesen Schritt gut überlegen, mit Deinem Facharzt besprechen und als letzte Option in Betracht ziehen.

Medikamente:

Es gibt auch Medikamente, die Dir beim starken Schwitzen helfen können. Diese Medikamente, sogenannte Anticholinergika, blockieren die Nerven, die die Schweißdrüsen stimulieren. Sie können jedoch Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit oder verschwommenes Sehen verursachen.

Wichtig: Welche Behandlungsmethode die richtige für Dich ist, solltest Du immer nach sorgfältiger Rücksprache mit Deinem Arzt entscheiden. 

Hausmittel gegen starkes Schwitzen

Wenn Du natürliche Methoden bevorzugst und nur unter nicht ganz so starken Symptomen leidest, gibt es auch einige Hausmittel, die Du ausprobieren kannst: 

  • Apfelessig: Kann helfen, das Schwitzen zu reduzieren. Trage ihn abends auf die betroffenen Stellen auf und lasse ihn über Nacht einwirken. Morgens wäschst Du ihn dann gründlich ab. 
  • Backpulver: Backpulver ist ein natürliches Deodorant. Mische es mit Wasser zu einer Paste und trage es auf die schwitzenden Stellen auf. Wasche es nach etwa 15 Minuten ab. 
  • Salbei-Tee: Kann die Schweißproduktion verringern. Trinke täglich eine Tasse Salbei-Tee oder verwende ihn als Tonic für Deine Haut. 
  • Kokosöl: Hat antibakterielle Eigenschaften und kann helfen, den Schweißgeruch zu reduzieren. Trage es nach dem Duschen auf die Haut auf. 

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Über den Autor
Dr. med. Frederic Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, einer der Gründer der digitalen Hautarzt-App DERMAFY und Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen.
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Dr. med. Frederic Pfeifer
Dr. med. Frederic Pfeifer ist Facharzt für Dermatologie, einer der Gründer der digitalen Hautarzt-App DERMAFY und Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen.
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